Zwickau - Das Zittern in Zwickau geht weiter! Wie es mit dem VW-Werk nach 2030 weitergeht, ist weiterhin unklar. Konzern-Chef Oliver Blume (58) sprach sich am Mittwoch zwar für einen Zukunftsplan aus - dieser solle aber erst in den nächsten sechs bis zwölf Monate stehen. Kritik kommt vom BSW.
Blume sprach am Mittwoch direkt zu den Beschäftigten und fand lobende Worte. Die Zwickauer hätten Kosten gesenkt, Abläufe verbessert und den Personalumbau planmäßig vorangetrieben. Kurz gesagt: Die Belegschaft habe geliefert.
Doch eine konkrete Zusage für die Zeit nach 2030 gab es nicht. Stattdessen soll ein Zukunftsplan erarbeitet werden. Dauer: sechs bis zwölf Monate.
Für den Landtagsabgeordneten Bernd Rudolph (64, BSW) war der Auftritt von VW-Chef Blume zu wenig. Er findet: Lob allein reicht nicht!
"Oliver Blume lobt die Zwickauer Belegschaft und sagt sinngemäß: Schaut nach Sachsen, wie Veränderung funktioniert. Gleichzeitig kann er den Beschäftigten nicht sagen, ob in Zwickau nach 2030 noch Autos gebaut werden. Das passt nicht zusammen", so der BSW-Politiker.
Rudolph verweist darauf, dass die Mitarbeiter in Zwickau bereits ihr Bestes gegeben haben. "Die Beschäftigten haben geliefert - jetzt muss Volkswagen liefern", fordert der 64-Jährige.
Zwickau brauche keine weiteren sechs bis zwölf Monate Ungewissheit, "sondern schnellstmöglich eine belastbare industrielle Perspektive."
BSW-Politiker: Auch Kreislaufwirtschaft kann Teil einer Lösung sein
Auch Kreislaufwirtschaft könnte ein Teil der Zukunft sein - also das Auseinandernehmen und die Wiederverwertung von alten Fahrzeugen. Rudolph mahnt allerdings: "Sie ersetzt aber keine tausenden Industriearbeitsplätze."
Viele Beschäftigte und Zulieferer hofften am Mittwoch auf eine Perspektive über 2030 hinaus - und wurden vertröstet. Das Zittern dürfte noch Monate weitergehen.
Und was, wenn alles nichts hilft? Auch darüber sprach Blume am Mittwoch. "Sollte sich trotz aller Anstrengungen am Ende zeigen: Eine Nachbelegung ist nicht möglich, dann endet unsere Verantwortung nicht."
In diesem Fall wolle man weiter um Perspektiven kämpfen. "Mit Partnern. Mit Investoren. Mit neuen industriellen Lösungen", so der VW-Chef.