VW-Chef kommt nach Zwickau: Wird der Mittwoch zum Schicksalstag?
Von Andreas Hummel, Thomas Staudt
Zwickau - Wird der kommende Mittwoch zum Schicksalstag für das VW-Werk Zwickau? Konzernchef Oliver Blume (58) wird erstmals zu einer Betriebsversammlung erwartet. Welche Botschaft bringt er mit?
Die Marktlage für deutsche Autos ist nicht die beste. Allen Autobauern machen die Konkurrenz aus China und die US-Zölle zu schaffen. Im Fall von VW spielen auch der Abgasskandal und Fehlentscheidungen des Managements eine Rolle.
Nach dem Jobabbau der vergangenen Jahre, der auch die VW-Mitarbeiter in Zwickau und Dresden traf, erwägt Wolfsburg schon seit Längerem weitere Einschnitte für die Belegschaft. Medial ist von Schließungen die Rede. Neben Emden, Hannover und Neckarsulm soll auch Zwickau auf der Abschussliste stehen.
VW-Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für VW zu arbeiten und dabei den Sparkurs deutlich zu verschärfen. Vor den Betriebsversammlungen der nächsten Tage - morgen Wolfsburg, dann Zwickau und Emden - schwört er die Belegschaft auf tiefgreifende Einschnitte ein.
"Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen", sagte er der "BamS".
Betriebsrat erwartet Klartext von VW-Chef Blume
Bis Ende 2030 gibt es eine Standortgarantie. Was danach kommt, ist bisher offen. Klartext von Blume erwartet der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen, Mike Rösler (43).
Blume hatte wiederholt gesagt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. "Ich hoffe, dass der Vorstand seinen Job macht und uns diese Lösungen endlich präsentiert", so Rösler.
Die Autofabrik in Zwickau gilt als Pionier in der Elektromobilität. Von rund 11.000 Beschäftigten in Spitzenzeiten sind aktuell jedoch nur noch etwa 8000 übrig.
2027 soll zudem eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden. Strohhalme, an die man sich in Zwickau klammert, sind der Bau von Modellen, die Volkswagen bisher nur in China herstellt, wie die SUVs ID.Unyx 08 und ID.Era 9X und das neue Geschäftsfeld Demontage von Gebrauchtfahrzeugen.
Dort sollen künftig bis zu 1000 Beschäftigte Arbeit finden und ab 2030 jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zerlegt und aufbereitet werden.
Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa (2)

