VW im Krisenmodus: Vorstand erntet heftige Kritik für Sparkurs

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Von Christian Brahmann

Wolfsburg - Volkswagen fährt im Krisenmodus. Der Vorstand sieht den Autobauer in der größten Transformation der Unternehmensgeschichte. Um den Konzern dafür zukunftsfest aufstellen, sind für die Führung Sparmaßnahmen unvermeidbar.

Laut Vorstandschef Oliver Blume soll es sich nicht um ein VW-internes Problem handelt. (Symbolbild)
Laut Vorstandschef Oliver Blume soll es sich nicht um ein VW-internes Problem handelt. (Symbolbild)  © Stefan Rampfel/dpa

Dazu gehört der Abbau von Stellen, den VW-Chef Oliver Blume (58) jeweils zur Hälfte in Deutschland und im weltweiten Konzerngeflecht sieht. 

Aber: Der Betriebsrat, die Gewerkschaft und die Politik teilen viele Einschätzungen nicht. Kann eine Serie von Betriebsversammlungen Ruhe bringen? Beim Auftakt in Wolfsburg sieht es nicht so aus. 

Das Problem: Vorstandschef Oliver Blume betont in diesen Tagen immer wieder, dass es sich nicht um ein VW-internes Problem handelt.

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US-Zölle, die Marktentwicklung in China und mehrere politischen Krisen, zählt er zur Lagebeschreibung auf, die alle großen Hersteller und auch Zulieferer treffe.

In dem Wettbewerbsvergleich schlägt sich das Unternehmen nach den Worten Blumes ordentlich. Aber: "Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken", betont er in seiner Rede an die Belegschaft. VW habe "frühzeitig gegengesteuert" und begonnen, Konzern und Marken neu auszurichten.

Der Konzern ist aus Sicht des Vorstands zwar handlungsfähig, hat aber auch akuten Handlungsbedarf. "Das reicht aber nicht aus, um unsere Zukunft aus eigener Kraft zu finanzieren", bekräftigt der VW-Chef. 

Die Pläne:

Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

Mit Blick auf mögliche Werksschließungen in Emden, Zwickau und Hannover sowie bei der Tochter Audi in Neckarsulm spricht Blume Ende Juli von einer letzten Option, die er gern vermeiden möchte. Für die vier Werke gebe es derzeit noch keine "wettbewerbsfähige Belegung" für die 2030er Jahre.

"Unser Ziel ist es, in den nächsten 6 bis 12 Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen", sagt Blume.

Die Reaktionen:

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) nicht mit den Sparmaßnahmen nicht einverstanden. (Archivbild)
VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) nicht mit den Sparmaßnahmen nicht einverstanden. (Archivbild)  © Michael Matthey/dpa

Der mächtige Betriebsrat zeigte sich entrüstet und berief außerordentliche Betriebsversammlungen an mehreren Standorten ein. Zum Auftakt in die Reihe am Stammsitz kritisiert Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) den Vorstand um Blume hart.

Das Vertrauen insbesondere in den Konzernchef sei beschädigt, sagt Cavallo nach Angaben aus Teilnehmerkreisen im Stammwerk. "Mit einem CEO, der seinen Leuten nicht sagt, was ist, lässt sich nicht arbeiten", schimpft sie über die bisherige Kommunikation rund um geplante Sparmaßnahmen.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (59, SPD) betont zuletzt mehrfach, dass Fabrikschließungen keine Option seien.

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Die Größe des Konzerns sei vielmehr eine Chance, sagt der Regierungschef, der aufgrund seines Amts im VW-Aufsichtsrat sitzt. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte an Europas größtem Autobauer.

Lies spricht sich zudem dafür aus, Wachstumspotenziale vor allem im E-Mobilitätsmarkt zu nutzen. Eine Möglichkeit sei auch die Produktion für die Rüstung, um phasenweise die Auslastung von Werken sicherzustellen.

Titelfoto: Bildmontage: Stefan Rampfel/dpa, Michael Matthey/dpa

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