Kahlschlag-Pläne bei VW: Zwickauer Werk könnte 2031 schließen!
Dresden/Zwickau - VW vor Kahlschlag: Vier Werke stehen auf der Abschussliste. Schon 2031 könnte es das Werk in Zwickau treffen. Am Donnerstag tagte der Aufsichtsrat in Wolfsburg. Parallel gingen auch in Sachsen Mitarbeiter und Zulieferer auf die Barrikaden.
An allen deutschen Standorten, auch bei Porsche und Audi, wurden Transparente mit dem Slogan "Vereint für unsere Zukunft kämpfen" entrollt. Bei einer Kundgebung vor der Gläsernen Manufaktur in Dresden sagte IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto (45): "An den VW-Werken in Sachsen hängen eine ganze Region und die Existenz tausender Familien. Wir werden nicht zulassen, dass das Management sich einfach aus seiner Verantwortung davonstiehlt." Parallel liefen Protestaktionen in Chemnitz und bei Porsche in Leipzig .
Laut "Spiegel" plant Wolfsburg die Schließung von vier Werken in Deutschland - Zwickau und Emden 2031, Hannover (Nutzfahrzeuge) 2032 und Neckarsulm (Audi) 2034. Insgesamt sollen 100.000 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.
In Zwickau wurden in den letzten Jahren bereits rund 1200 Arbeitsplätze abgebaut. Und der Abbau in der Branche geht weiter.
Nach Angaben des Statistischen Landesamts fielen innerhalb eines Jahres 2800 Stellen weg, ein Minus von 6,9 Prozent (Stand: 1. Quartal 2026) .
Ostbeauftragte Kaiser: "Folgen einer Werksschließung in Zwickau wären fatal"
Vor der VW-Aufsichtsratssitzung warnte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (39, SPD) vor einem Kahlschlag. "Die Folgen einer Werksschließung in Zwickau wären fatal", sagte sie laut Medienberichten.
Die Landes- und Fraktionsspitzen der sächsischen Linken forderten, das Zwickauer Werk nicht für die Rendite zu opfern. "Käme es so wie berichtet, würden die Fehler der Chefetage wieder an die Beschäftigten und die Region weitergegeben", so Marco Böhme (36), Anja Eichhorn (40) und Susanne Schaper (48).
Die Automobilindustrie gilt als die umsatzstärkste in Sachsen. Laut Statistischem Landesamt wurde im ersten Quartal des Jahres fast jeder dritte Euro in Sachsen im Bereich "Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen" erwirtschaftet.
Insgesamt zählt die Branche rund 95.000 Beschäftigte im Freistaat.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa

