Von Christian Brahmann, Anna Eube
Wolfsburg - VW-Chef Oliver Blume (58) hat gegenüber der Belegschaft die Notwendigkeit weiterer Sparmaßnahmen betont.
"Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken", sagte Blume in seiner Rede bei der Betriebsversammlung im Wolfsburger Werk.
Das Treffen in der Konzernzentrale war Auftakt für eine Serie von Versammlungen an mehreren VW-Standorten, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll.
"Zölle, neue Wettbewerber und geopolitische Risiken: Die gesamte Autoindustrie steht unter enormem Druck", sagte Blume.
Der VW-Konzern habe "frühzeitig gegengesteuert" und begonnen, Konzern und Marken neu auszurichten. "Unsere Marktanteile wachsen. Aber das reicht noch nicht aus", sagte Blume.
Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (59, SPD) hingegen sieht mögliche Werksschließungen bei VW weiterhin kritisch.
Ministerpräsident Lies zu VW-Sparkurs: "Keine Zukunftslösung"
Das sei "keine Zukunftslösung", sagte er dem Deutschlandfunk. Die Größe des Konzerns sei eine Chance. Sie infrage zu stellen, "wäre wirklich fatal". Vorstandschef Blume hatte den Konzern zuvor als "überdimensioniert" bezeichnet.
Lies sprach sich auch dafür aus, Wachstumspotenziale vor allem im E-Mobilitätsmarkt zu nutzen. Zudem könne man Synergien zwischen den unterschiedlichen Marken des Konzerns verbessern.
Man müsse sich fragen: "Haben wir vielleicht eine zu große Variabilität von verschiedenen Fahrzeugen, von Ausstattung?" Eine Möglichkeit sei auch die Produktion für die Rüstung, um phasenweise die Auslastung von Werken sicherzustellen.
Seit der Ankündigung weiterer Sparzwänge in den vergangenen Monaten wird bei Europas größtem Autobauer um Zehntausende Stellen und vier Werke gerungen.
Nach Wolfsburg sind in den nächsten Tagen acht weitere Betriebsversammlungen in Braunschweig, Emden, Zwickau, Chemnitz, Dresden, Kassel-Baunatal, Salzgitter und Hannover geplant.