Für Notfälle im All: Astronaut Matthias Maurer übt Zähne ziehen

Von Jörg Ratzsch

Köln - Astronauten müssen nicht nur gut in Form sein und große körperliche Belastungen aushalten, sie müssen im Weltall zur Not auch unangenehme Dinge tun können, zum Beispiel Zähne ziehen oder Wunden nähen.

Astronaut Matthias Maurer (56, l.) muss im All zur Not auch Zähne ziehen können.  © Jörg Ratzsch/dpa

Über ein spezielles Training, das Astronauten dafür durchlaufen, berichtete der deutsche Astronaut Matthias Maurer (56) am Rande eines gemeinsamen Besuches mit Raumfahrtministerin Dorothee Bär (48, CSU) im Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Köln.

"Als ESA-Astronaut macht man ein medizinisches Feldtraining. Wir gehen in eine Klinik und durchlaufen verschiedene Stationen", sagte Maurer der Deutschen Presse-Agentur.

Dort übe man zum Beispiel das Nähen von Wunden oder auch einen Katheter bei Harnverhalt zu legen, also wenn jemand nicht auf die Toilette kann. Auch einfache zahnärztliche Behandlungen gehören nach Maurers Angaben zum Programm.

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"Teil der Ausbildung war dann auch bei mir, dass ich einen richtigen Zahn ziehen durfte. Also ein fauler Zahn war es, kein gesunder Zahn", so der 56-Jährige.

Auf Nachfrage erläuterte Maurer, dass er dies bisher bei zwei Patienten geübt habe. Es habe sich jeweils um ältere Personen gehandelt. Eine habe, so Maurer, nur noch einen Zahn gehabt.

"Und das war unter strenger ärztlicher Aufsicht, und diese Person wurde vorinformiert und hat sich bereit erklärt, dass das von einem Nicht-Profi, so wie mir, dann durchgeführt werden durfte."

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Maurer rechnet fest mit Trip zum Mond

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer weiteren Mondmission. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa

Er habe mit den Patienten mitgelitten, sagte Maurer. "Wahrscheinlich habe ich sogar mehr gelitten, weil es doch eine unangenehme Sache ist, jemandem einen Zahn zu ziehen."

Der 56-Jährige ist optimistisch, dass er Teil einer der "Artemis"-Mondmissionen der US-Raumfahrtbehörde Nasa sein wird. "Ich denke, ich habe eine ganz große Chance, zum Mond zu fliegen, vielleicht auch auf dem Mond zu landen, den Mond zu erkunden. Das ist ein ganz großer Traum von mir."

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Deutscher zum Mond fliege, schätze er fast größer ein, als dass die deutsche Nationalmannschaft einen fünften Weltmeistertitel hole, scherzte Maurer.

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Nach der weltweit beachteten Mond-Umrundung von "Artemis 2" in diesem Frühjahr, sollen im kommenden Jahr Astronauten mit "Artemis 3" in der Erdumlaufbahn Andockmanöver mit Mondlandefähren erproben. Daran soll der Italiener Luca Parmitano als europäischer Raumfahrer teilnehmen.

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