Luftlecks auf der ISS! Astronauten müssen sich in Raumkapseln zurückziehen
Weltall - Alarm auf der Internationalen Raumstation (ISS)! Luftlecks im russischen Segment sorgten dafür, dass sich die Besatzung in Raumkapseln zurückziehen musste. Sogar eine Evakuierung wird von der NASA in Betracht gezogen. Derzeit ruhen die Arbeiten an den Lecks allerdings.
Laut Angaben der US-Raumfahrtbehörde von Freitagnachmittag (deutscher Zeit) verschlimmerten sich die Luftlecks zuletzt. Die russische Crew versuche, die undichten Stellen zu finden und abzudichten.
"Die Risse geben seit jeher Anlass zur Sorge und werden von der NASA sehr genau beobachtet. Die NASA und Roskosmos [Russlands Raumfahrtbehörde, Anm. d. Red.] arbeiten daran, die Ursache der Risse zu ermitteln, und Roskosmos begegnet dem Problem durch operative Minderungsmaßnahmen sowie regelmäßige Teilreparaturen", erklärte NASA-Sprecherin Bethany Stevens.
Als Vorsichtsmaßnahme habe man alle vier SpaceX-Crew-12-Mitglieder, die im Februar auf der ISS angekommen waren, sowie den NASA-Astronauten Chris Williams in die Dragon-Raumkapseln beordert.
Freitagnachmittag teilte Roskosmos schließlich mit, dass ISS-Experten die Sauerstofflecks ausgemacht hätten. Die NASA ergänzte später, dass die Astronauten vorübergehend wieder in die Raumstation zurückkehren könnten.
"Roskosmos hat die für Freitag geplanten Arbeiten zur strukturellen Reparatur im Verbindungstunnel des Servicemoduls Swesda – bekannt als PrK – vorerst ausgesetzt, um weitere Messungen und Daten auszuwerten", so Stevens. Man freue sich darauf, gemeinsam an einer Lösung für die Lecks zu arbeiten.
Lecks auf der ISS kommen immer wieder vor
Seit rund 25 Jahren arbeiten, leben und forschen Astronauten aus Russland, den USA, Kanada, Japan und Europa (vertreten durch die Europäische Raumfahrtagentur ESA) zusammen - internationalen Spannungen auf der Erde zum Trotz.
Dabei hat die Besatzung immer mal wieder mit Lecks zu kämpfen, wie etwa im Jahre 2020, als es gleich mehrere undichte Stellen gab.
Damals dauerte es Wochen, bis die nur etwa 4,5 Zentimeter lange Öffnung repariert werden konnte.
Titelfoto: dpa/NASA
