Nachrichten von Aliens? Forscher entdecken Signal in Form einer Qualle mit Tentakeln

Australien - Außergewöhnliche Entdeckung aus dem fernen All: Australische Wissenschaftler haben Radiowellen gemessen, die von einem weit entfernten Galaxiehaufen stammen und eine merkwürdige Tierform annehmen.

Schwebt da etwa eine gigantische Quelle durch den Weltraum? (Symbolbild)
Schwebt da etwa eine gigantische Quelle durch den Weltraum? (Symbolbild)  © Collage: nasaimages/123rf und Nic Bothma/EPA/dpa

Man kennt ja tierische Sternbilder wie den Löwen, den Stier oder den Krebs - aber eine Qualle? Genau das haben nun einige Forscher mit einem sogenannten Radioteleskop in Australien wahrgenommen.

Wie sie in einem Artikel aus dem "Astrophysical Journal" berichten, formen die gemessenen Radiowellen eine Art Quelle mit einem großen Kopf und langen Tentakeln.

Deshalb hat man die Entdeckung auch "USS Jellyfish" getauft: "Jellyfish" ist das englische Wort für Qualle und "USS" steht in diesem Fall für "ultra-steep spectrum", denn die Form der Radiowellen steigt und fällt extrem steil.

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Dem Bericht zufolge zeigen die Messwerte einen knapp 340 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernten Haufen von Galaxien (einen sogenannten "Cluster"), der selbst wiederum eine Breite von knapp 1,2 Millionen Lichtjahre misst. Die Weltall-Qualle ist also riesengroß, aber auch unerreichbar weit weg von uns.

Doch was bedeutet dieser Fund nun? Haben Aliens da etwa eine Qualle in den Nachthimmel gemalt oder was steckt hinter der tierischen Sternenkonstellation?

Qualle kommt nicht von Aliens, sondern von Schwarzen Löchern

Nein, von Außerirdischen stammen die Signale höchstwahrscheinlich nicht. Stattdessen liegt der Ursprung der Radiowellen wohl in supermassereichen Schwarzen Löchern, die sich im Zentrum der Qualle befinden.

Laut den Berechnungen der Forscher haben sich diese gigantischen Schwarzen Löcher vor knapp zwei Milliarden Jahren gebildet und dabei Ringe aus Gas um sich herum geformt. Dabei wiederum ist jede Menge Materie in alle möglichen Richtungen ins ferne All geschleudert worden.

In dieser Materie stecken klitzekleine Elektronen, die durch eine Gaswolke beschleunigt beinahe in Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum sausen und Radiowellen abgeben - und genau das haben die Wissenschaftler aus Australien nun gemessen.

Auf Botschaften von Aliens muss die Menschheit also noch ein wenig länger warten. Trotzdem ist es ohne Frage beeindruckend, was man so im Weltall entdecken kann.

Titelfoto: Collage: nasaimages/123rf und Nic Bothma/EPA/dpa

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