NASA-Astronauten auf dem Weg zum Mond mit LGBTQ-Hymne geweckt

Houston - Die "Artemis 2"-Astronauten haben bereits über die Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt. Am vierten Tag ihrer historischen Mission wurden sie dabei mit einem Song geweckt, den die US-Regierung um Präsident Donald Trump (79) vermutlich gar nicht feiern dürfte.

Die Astronauten an Bord der Orion-Raumkapsel (v.l.n.r.): Jeremy Hansen, Reid Wiseman, Christina Koch und Victor Glover.
Die Astronauten an Bord der Orion-Raumkapsel (v.l.n.r.): Jeremy Hansen, Reid Wiseman, Christina Koch und Victor Glover.  © Uncredited/NASA/dpa

Nachdem die vier Astronauten an Bord der Orion-Raumkapsel an ihrem dritten Tag mit dem 90er-Hit "In a Daydream" von der "Freddy Jones Band" geweckt wurden, gab es am Ostersamstag die LGBTQ-Hymne "Pink Pony Club" von Pop-Sängerin Chappell Roan (28) auf die Ohren, wie die NASA mitteilte.

Der Song handelt von einer jungen Frau, die ihre Heimat in Richtung Los Angeles verlässt. Obwohl ihr bewusst ist, dass es ihrer Mutter nicht gefällt, tanzt sie dort in Clubs, hat Spaß und kann dort sein, wer sie sein möchte.

Zur Veröffentlichung ihres Songs, im Jahr 2020, erklärte Roan gegenüber dem "V Magazine", dass ihr Aufenthalt in einer Schwulen-Bar in Los Angeles als Inspiration für ihren Hit gedient habe: "Ich hatte das Gefühl, dass ich zum ersten Mal wirklich ich selbst sein und nicht beurteilt werden konnte. Meine Erfahrung dort inspirierte 'Pink Pony Club' und auch das Video."

Erstmals seit über 50 Jahren wieder Menschen auf dem Weg zum Mond!
Weltall Erstmals seit über 50 Jahren wieder Menschen auf dem Weg zum Mond!

Deshalb fraglich, ob die amtierende US-Regierung, die jeglichem "Woketum" den Kampf angesagt hat, diese Liedauswahl gutgeheißen hätte. Glücklicherweise stehen bei der ersten bemannten Mondmission seit 53 Jahren aber wichtigere Dinge im Vordergrund.

"Pink Pony Club" von Chappell Roan läuft im Weltall

Vierter Tag der "Artemis 2"-Mondmission: Orion-Raumkapsel wird manuell gesteuert

Am 1. April war die Rakete zum Mond aufgebrochen.
Am 1. April war die Rakete zum Mond aufgebrochen.  © Jennifer Briggs/ZUMA Press Wire/dpa

Denn am vierten Tag der "Artemis 2"-Mission wird es prickelnd: Im Tagesverlauf ist geplant, dass NASA-Astronaut Victor Glover (49) selbst die Kontrolle über die Raumkapsel übernimmt.

Mit diesem Test-Manöver sollen "mehr Daten über die Handhabungsqualitäten des Raumfahrzeugs über verschiedene Bewegungen hinweg" erfasst werden, schrieb die NASA.

Für einen späteren Zeitpunkt der Mondmission könnte die manuelle Steuerung zugleich nochmal relevant werden, denn sobald das Raumschiff für gut eine Stunde hinter der dunklen Seite des Mondes verschwindet, fällt die Kommunikation mit der Erde aus.

Tag drei auf dem Weg zum Mond: Houston weckt Artemis-Astronauten mit diesem speziellen Song
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"Während dieser Zeit blockiert der Mond die Funksignale zwischen dem Deep Space Network (DSN) und dem Raumschiff", so die NASA. Ein solcher Kommunikationsausfall wurde aber bereits im Vorfeld erwartet. Sobald die Orion wieder hinter dem Erdtrabanten hervorkommt, wird auch das Signal zur Kommandozentrale in Houston (Texas) "schnell" wieder hergestellt.

Aktuell (Stand 21.50 Uhr) hat sich die Orion-Raumkapsel bereits rund 176.000 Meilen (circa 283.245 Kilometer) von der Erde entfernt. Zum Mond sind es noch rund 104.000 Meilen (circa 167.372 Kilometer).

Titelfoto: Bildmontage: Uncredited/NASA/dpa, Jennifer Briggs/ZUMA Press Wire/dpa

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