Start abgebrochen! Deutsche "Spectrum"-Rakete leckt

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Von Carsten Hoefer und Michael Donhauser

Andøya/München - Ein Startversuch für die vom bayerischen Raumfahrt-Unternehmen Isar Aerospace entwickelte "Spectrum"-Rakete ist am Donnerstagabend am norwegischen Weltraumbahnhof Andøya abgebrochen worden.

Der Start der "Spectrum"-Rakete des deutschen Herstellers Isar Aerospace aus Andøya in Norwegen wurde verschoben. (Archivbild)
Der Start der "Spectrum"-Rakete des deutschen Herstellers Isar Aerospace aus Andøya in Norwegen wurde verschoben. (Archivbild)  © -/Isar Aerospace/dpa

"Isar Aerospace nimmt Abstand vom heutigen Startversuch, um ein Leck in einem Druckbehälter zu untersuchen", teilte das Unternehmen eine gute Stunde vor dem geplanten Abheben mit. Die entsprechenden Teams machten sich ein Bild und würden dann über die nächsten Schritte entscheiden. 

Einen ersten Startversuch hatte das Unternehmen vor gut einem Jahr unternommen - damals endete die Rakete nach rund 30 Sekunden Flug in einem Feuerball und stürzte ins Meer. 

Für den zweiten Versuch hat die Rakete fünf Forschungssatelliten und ein wissenschaftliches Experiment an Bord. Die Satelliten sollen auf eine Umlaufbahn gebracht werden.

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Isar Aerospace hatte sich zum Ziel gesetzt, die "Spectrum"-Rakete schneller für die kommerzielle Raumfahrt tauglich zu machen als das der US-Konkurrent SpaceX geschafft hat, der vier Versuche benötigt hatte. 

Zuletzt waren geplante Startversuche mehrmals verschoben worden - aus technischen Gründen, jüngst aber auch, weil ein norwegischer Fischer mit seinem Boot die Sicherheitszone nicht rechtzeitig verlassen hatte. 

Isar Aerospace: Große Hoffnung der europäischen Raumfahrtindustrie und Konkurrent zu SpaceX

Im März 2025 unternahm Isar Aerospace bereits einen Testflug von Andøya.
Im März 2025 unternahm Isar Aerospace bereits einen Testflug von Andøya.  © -/Isar Aerospace/dpa

Auf der "Spectrum", die bis zu einer Tonne Last transportieren kann, ruhen große Hoffnungen der europäischen Raumfahrtindustrie. Sie soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen.

Nach Worten von Isar-Aerospace-Chef Daniel Metzler ist das Unternehmen jetzt schon bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist. 

Europa ist derzeit vor allem auf das US-Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk angewiesen, um Satelliten ins All befördern zu können. Nach den Worten Metzlers starteten die USA im vergangenen Jahr 198 Raketen, der Rest der Welt 124, Europa lediglich acht. 

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Der Manager zeigte sich überzeugt, dass es gelingen werde, die Umlaufbahn zu erreichen.

"Absagen sind ein Teil der Raumfahrtindustrie", sagte Metzler. "Jeder Versuch bringt uns wertvolle Erfahrungen und schult uns auf unserem Weg in den Orbit", erklärte er.

Titelfoto: -/Isar Aerospace/dpa

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