Außerirdisches Material in Schmuckstücken aus der Bronzezeit!

Madrid - Gut 60 Jahre nach der Ausgrabung des Schatzes von Villena (Spanien) haben Forscher des National-Archäologischen Museums in Madrid das Rätsel um die chemische Zusammensetzung einiger der Fundstücke gelöst: Das Material kommt aus dem Weltraum!

Dieses Artefakt wurde um 1400 vor Christus aus Meteoriten-Metall gefertigt.
Dieses Artefakt wurde um 1400 vor Christus aus Meteoriten-Metall gefertigt.  © Museo de Villena

Der Schatz besteht aus 59 Einzelstücken, darunter Vasen und Schmuck aus Gold, Silber oder Bernstein.

Zwei Objekte standen dabei besonders im Fokus der Wissenschaftler - eine Halbkugel und ein Armreif. Ihre Zusammensetzung gab lange Zeit Rätsel auf.

In ihrem Bericht "Meteoritic iron in the Villena Treasure?" ("Meteoritisches Metall im Schatz von Villena?") kommen die Forscher nun zu dem Schluss, dass diese beiden Artefakte aus außerirdischen Materialien bestehen.

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Mithilfe eines Massenspektrometers konnte dabei nachgewiesen werden, dass die verbauten Elemente sich mit der Zusammensetzung eines Meteoriten überschneiden, der vor Millionen von Jahren auf die Erde gestürzt war.

Auch die chemische Zusammensetzung dieses Armreifs gleicht der eines uralten Meteoriten.
Auch die chemische Zusammensetzung dieses Armreifs gleicht der eines uralten Meteoriten.  © Museo de Villena

Durch die gewonnenen Erkenntnisse ließ sich der Schatz nun endlich auch genauer datieren. Die Verwendung von Meteoriten-Metall zeige, dass diese beiden Objekte zwischen 1400 und 1200 vor Christus gefertigt worden sein müssen, als die Menschen noch keine Technologien hatten, um Metall auf der Erde selbst herzustellen.

Titelfoto: Bildmontage: Museo de Villena

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