Sensation im Labor: Kann dieses Wundermittel Alzheimer-Schäden reparieren?
Melbourne (Australien) - Ein Kupfer-Medikament als Lösung gegen Alzheimer? Klingt absolut verrückt, doch genau das bringt aktuell in der Forschung den gewünschten Erfolg. In einem Labor-Experiment in Australien schaffte es ein spezieller Stoff mit Kupfer, das Gehirn von für Alzheimer typischen Giftstoffen zu befreien und das Gedächtnis massiv zu verbessern.
Stell Dir vor, im Gehirn gibt es eingebaute Schutzpumpen, die schädliche Stoffe jeden Tag automatisch in das Blut abtransportieren. Bei Alzheimer machen diese fleißigen Helfer aber leider schlapp.
Die giftigen Eiweiß-Klumpen bleiben im Kopf gefangen, lagern sich ab und zerstören nach und nach die Erinnerungen der Menschen.
Doch Wissenschaftler der Monash University haben jetzt eine Art Schutzschild-Aktivator gefunden. Sie behandelten die geschwächten Gehirn-Adern mit einem neuen Wirkstoff, der wertvolles Kupfer, sogenanntes Cu(ATSM), genau an die richtige Stelle transportiert.
Wie kann das Medikament direkt helfen?
Das Ergebnis ist ein riesiger Erfolg: Die müden Zellen bekamen plötzlich einen gewaltigen Energie-Schub und bauten die wichtigen Schutzpumpen um fast ein Viertel wieder auf. Nach nur 56 Tagen war fast die Hälfte der gefährlichen Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn verschwunden.
"Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass Cu(ATSM) die Zahl der wichtigen Schutzpumpen im Gehirn um 24,1 Prozent erhöhen kann. Damit ist bewiesen: Die Reparatur dieser Barriere im Kopf sorgt direkt dafür, dass giftige Proteine verschwinden und das Gedächtnis wieder deutlich besser funktioniert", so Dr. Jae Pyun, leitender Autor der Studie.
Für die Betroffenen könnte das eine echte Chance auf ein normales Leben bedeuten. Die Forscher staunten nicht schlecht, als sich das räumliche Denkvermögen und das Lernen im Test um fast 44 Prozent verbesserten.
Das Beste an der ganzen Sache ist das Tempo, mit dem den Menschen nun geholfen werden könnte. Weil der Stoff schon grünes Licht bei Sicherheitstests für andere Nervenkrankheiten bekommen hat, muss er nicht mehr von Grund auf neu erforscht werden.
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