Warum in Magdeburg Mondstaub unter die Lupe genommen wird

Magdeburg – Was passiert eigentlich, wenn Menschen auf dem Mond Staub einatmen? Genau diese Frage haben sich Forscher der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität (OVGU) in Magdeburg gestellt.

Apollo-17-Kommandant Eugene Cernan kehrte 1972 mit einer dichten Schicht aus feinem, scharfkantigem Mondstaub bedeckt auf die Erde zurück. (Archivbild)  © NASA/UMMD

Der Hintergrund: In den kommenden Jahren sollen Menschen länger auf dem Mond arbeiten. Dort könnten Astronauten immer wieder mit Mondstaub in Kontakt kommen – etwa, wenn er an Raumanzügen haftet oder in Stationen getragen wird.

Schon bei den Apollo-Missionen hatten Astronauten nach Kontakt mit Mondstaub über Beschwerden geklagt, die an Heuschnupfen erinnerten.

Wie gefährlich der Staub für die Lunge wirklich sein kann, ist aber noch nicht vollständig geklärt, heißt es in einer Mitteilung der OVGU.

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Das Magdeburger Forschungsteam hat deshalb ein künstliches Modell menschlicher Atemwege entwickelt. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um einen kleinen Nachbau der Bronchien aus menschlichen Zellen.

Dieses Modell kann Schleim bilden und besitzt winzige Härchen, die normalerweise Staub und andere Fremdstoffe wieder aus den Atemwegen befördern.

Für die Untersuchung wurde kein echter Mondstaub verwendet, sondern ein Ersatzstoff, der ihm möglichst ähnlich sein soll. Diesen verglichen die Forscher mit Feinstaub, wie er auch auf der Erde vorkommt.

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Neue Möglichkeiten für die Raumfahrt- und Umweltforschung

So sieht das künstliche Atemwegsmodell der OVGU-Forscher aus.  © Markus Krüger/UMMD

Das Ergebnis: Der Mondstaub-Ersatz belastete das Atemwegsmodell stärker als gewöhnlicher Feinstaub. Nach kurzer Zeit bildete sich mehr Schleim. Gleichzeitig bewegten sich die kleinen Härchen langsamer. Dadurch könnten Staubteilchen länger in den Atemwegen bleiben.

Auch die Schutzschicht der Zellen wurde beeinträchtigt. Die Forscher sehen darin einen Hinweis darauf, dass Mondstaub für künftige Raumfahrer ein echtes Gesundheitsrisiko sein könnte.

Für die Raumfahrt sind solche Ergebnisse wichtig. Sie könnten dabei helfen, bessere Schutzmaßnahmen für Astronauten zu entwickeln – etwa Filter, Grenzwerte oder Regeln für den Umgang mit Staub in Mondstationen.

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Ganz nebenbei könnte die Forschung auch auf der Erde nützlich sein. Das Magdeburger Modell könnte künftig helfen, die Wirkung von Luftverschmutzung, Vulkanstaub oder anderen eingeatmeten Partikeln besser zu untersuchen.

Die Forscher betonen allerdings, dass es sich zunächst um eine erste Studie handelt. In weiteren Untersuchungen soll das Modell noch verbessert werden.

Außerdem wollen die Wissenschaftler später prüfen, wie echter Mondstaub auf menschliches Gewebe wirkt, sobald entsprechendes Material verfügbar ist.

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