Ältere Lehrer sollen länger unterrichten: Pläne sorgen für Protest in Thüringen

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Von Sebastian Haak

Erfurt - Rund 100 Lehrer aus verschiedenen Regionen Thüringens haben gegen Pläne des Landes-Bildungsministeriums protestiert, ältere Pädagogen ab dem nächsten Schuljahr wieder mehr unterrichten zu lassen.

Gegen die Pläne des Thüringer Bildungsministeriums regt sich Widerstand. (Symbolfoto)
Gegen die Pläne des Thüringer Bildungsministeriums regt sich Widerstand. (Symbolfoto)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Sie folgten einem Aufruf mehrerer Bildungsgewerkschaften. Demonstriert wurde neben dem Amtssitz von Bildungsminister Christian Tischner (44, CDU).

"Wo bleibt die Wertschätzung für diejenigen, die dieses System über Jahrzehnte getragen haben?", sagte zum Beispiel eine 58-jährige Grundschullehrerin. Die Schulen würden an politischen Fehlentscheidungen vergangener Jahre leiden. "Unsere Schulen leiden nicht daran, dass es zu viele ältere Kollegen gibt, die Altersabmeldung haben." 

Bislang sehen die entsprechenden Regelungen vor, dass Lehrer an staatlichen Schulen ab einem Alter von 55 Jahren zwei Schulstunden pro Woche weniger unterrichten müssen als ihre jüngeren Kollegen. Ab dem Beginn des neuen Schuljahres werden Lehrer nach Angaben des Ministeriums erst ab dem vollendeten 60. Lebensjahr eine "Altersabminderung" bekommen.

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Das Ministerium will so die Zahl der ausfallenden Unterrichtsstunden in Thüringen noch weiter reduzieren. Der Thüringer Lehrerverband hatte kritisiert: "Wer Altersentlastung nach hinten verschiebt, spart kurzfristig Stunden ein – aber auf Kosten der Gesundheit und Belastbarkeit der Lehrkräfte."

Ministerium wird von Plänen wohl nicht abrücken

Dass das Ministerium von seinen Plänen abrückt, gilt trotz des Protests als unwahrscheinlich. "Dass Lehrkräfte für ihre Anliegen auf die Straße gehen, ist ihr gutes Recht – und wir nehmen die Sorgen, die dahinterstehen, ernst", erklärte Thüringens Bildungsstaatssekretär Bernd Uwe Althaus (62).

Dennoch müsse noch mehr getan werden, um den Unterrichtsausfall "noch weiter drastisch zu senken". Das Maßnahmenpaket, zu dem auch die Neuregelung bei der "Altersabminderung" gehört, sei dafür "ein zentraler Baustein".

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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