Alkoholprobleme in Thüringen über Bundesschnitt: Diese Altersgruppe ist besonders betroffen

Erfurt - Problematischer Alkoholkonsum ist in Thüringen laut Daten der Krankenkasse BARMER weiterhin stark verbreitet.

Besonders Menschen zwischen 50 und 69 Jahren sind in Thüringen überdurchschnittlich häufig von Alkoholmissbrauch betroffen. (Symbolfoto)
Besonders Menschen zwischen 50 und 69 Jahren sind in Thüringen überdurchschnittlich häufig von Alkoholmissbrauch betroffen. (Symbolfoto)  © Thomas Banneyer/dpa

Laut aktuellen Auswertungen wurden demnach im Jahr 2023 rund 15 von 1000 Menschen im Freistaat wegen psychischer oder anderer Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Alkohol medizinisch behandelt, der bundesweite Durchschnitt liegt bei rund 12 pro 1000.

Besonders betroffen sei die Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen. Hier wurde statistisch jede 40. Person aufgrund von Alkoholmissbrauch behandelt.

"Alkohol ist weder Genussmittel noch Kulturgut. Es handelt sich schlicht und ergreifend um ein schleichend tödliches Zellgift. Das macht es so gefährlich", sagt Robert Büssow, Landesgeschäftsführer der BARMER Thüringen.

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Mit Blick auf die beginnende Fastenzeit appelliert er, ganz auf Alkohol zu verzichten, "und das am besten nicht nur bis zum Karsamstag, sondern dauerhaft".

In Thüringen liegt die Zahl der wegen Alkoholproblemen behandelten Menschen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. (Symbolfoto)
In Thüringen liegt die Zahl der wegen Alkoholproblemen behandelten Menschen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. (Symbolfoto)  © Lukas Barth/dpa

Thüringen mit vierthöchster Rate an Betroffenen

Thüringen weise bundesweit die vierthöchste Betroffenenrate auf. Nur in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt liegen die Zahlen noch höher. Am niedrigsten sei die Quote in Rheinland-Pfalz. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung von Fachleuten jedoch deutlich höher liegen, da nicht alle Betroffenen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Alkohol stehe im Zusammenhang mit mehr als 200 Erkrankungen. Laut BARMER leiden über 40 Prozent der Alkoholkranken zusätzlich an Depressionen, ähnlich viele an Bluthochdruck, rund jeder Fünfte an Diabetes. Auch wenn sich bei den Zwölf- bis 29-Jährigen ein rückläufiger Trend zeigt, bleibt Rauschtrinken unter jungen Menschen ein Problem - häufig begünstigt durch Gruppendruck in sozialen Situationen.

Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es keinen risikofreien Alkoholkonsum. Bereits wenige Getränke pro Woche seien mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Studien zeigen zudem, dass nahezu jede dritte erwachsene Person ein Konsumverhalten aufweist, das mit einem moderaten oder hohen Krankheitsrisiko einhergeht.

Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa

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