Bratwurstsaison in Thüringen eröffnet: Mit oder ohne Kümmel?

Von Katrin Zeiß

Mühlhausen – In Thüringen ist wieder Saison für die Bratwurst: Beim traditionellen Angrillen im Bratwurstmuseum Mühlhausen bissen am Samstag nicht nur Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU), Bratwurstkönig Norbert Abt und Wurstkönigin Nicole Schenk herzhaft in die neben dem Kartoffelkloß bekannteste Thüringer Nationalspeise. 

Auch Ministerpräsident Mario Voigt (49 ,CDU) biss am Samstag in Mühlhausen beim traditionellen Angrillen im Bratwurstmuseum in die Bratwurst.
Auch Ministerpräsident Mario Voigt (49 ,CDU) biss am Samstag in Mühlhausen beim traditionellen Angrillen im Bratwurstmuseum in die Bratwurst.  © Bodo Schackow/dpa

Bei Kälte und Regen fanden in diesem Jahr weniger Gäste als vom Veranstalter erhofft den Weg nach Mühlhausen, wo zehn Produzenten aus Thüringen und weitere etwa aus Bayern und der Schweiz ihre Bratwürste auf den Holzkohlenrost legten. 

"5000 Besucher wie voriges Jahr sind es diesmal leider nicht", bedauerte Thomas Mäuer vom Verein "Freunde der Thüringer Bratwurst". Der Verein organisiert den Saisonstart gemeinsam mit dem Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst.

Liebhaber der deftigen Speise konnten mehr als ein Dutzend verschiedene Sorten kosten und dabei regionale Unterschiede kennenlernen: Sie betreffen zum Beispiel bestimmte Gewürze. Kümmel oder kein Kümmel etwa sei eine regelrechte Glaubensfrage, sagte Mäuer.

Thüringer Bratwurst ist immaterielles Kulturerbe

Die Thüringer Bratwursttradition ist mehr als 600 Jahre alt, ein auf den 20. Januar 1404 datierter Rechnungseintrag eines Arnstädter Klosters gilt als erste urkundliche Erwähnung der Thüringer Bratwurst.

Sie ist wie andere regionale Spezialitäten von der EU geschützt und darf unter ihrem Namen nur verkauft werden, wenn sie im Freistaat hergestellt wurde. Die Bratwurstkultur steht auch auf der Landesliste des immateriellen Kulturerbes.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa

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