Erfurt - Bei der MDR-Talksendung "Fakt ist!" in Erfurt drehte sich am 25. März alles um die Frage, ob gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land wirklich möglich sind.
Das Grundgesetz fordert diese Gleichwertigkeit, doch gerade ländliche Regionen kämpfen mit Bevölkerungsrückgang, schwacher Infrastruktur und finanziellen Abhängigkeiten von Fördermitteln.
Der Greizer Landrat Ulli Schäfer (CDU) machte deutlich, dass sinkende Geburtenzahlen auch unschöne Entscheidungen wie etwa Schulschließungen notwendig machen können.
Gleichzeitig betonte er, dass ein Großteil der Investitionen im Landkreis nur durch Fördermittel möglich sei. Voraussetzung für diese Gelder sei jedoch häufig eine positive Prognose von mindestens 25 Jahren.
Auch aus dem Publikum kam Kritik: Eine Frau schilderte, dass Schulwege auf dem Land teilweise sehr lang seien und unregelmäßige Busverbindungen sogar die Schulwahl beeinflussen würden. Sie forderte Gleichheit vor allem bei Bildung und medizinischer Versorgung.
Thüringens Innenminister Georg Maier (58, SPD) betonte, man müsse die demografische Realität akzeptieren, um sie gestalten zu können. Dazu gehöre auch, Geld gezielter einzusetzen und notfalls Einrichtungen zu schließen, die sich langfristig nicht tragen. Gleichzeitig stellte er klar: "Wir können doch die Regionen nicht aufgeben." Ziel müsse es bleiben, ländliche Regionen attraktiv zu halten und weiter zu unterstützen.
Die neueste Folge von "Fakt ist!" aus Erfurt könnt Ihr Euch in der ARD-Mediathek anschauen.