Tierisches Schauspiel in Thüringen: Hier können Glühwürmchen bestaunt werden
Von Marie-Hélèn Frech
Mühlhausen/Jena - Mit etwas Glück und Planung kann man noch einen Blick auf sie erhaschen: Auch in Thüringen sind noch Glühwürmchen unterwegs.
"Die große Flugzeit ist schon vorbei, aber man hat noch Chancen, sie zu sehen", erklärt Jens Wilhelm, Revierleiter im Nationalpark Hainich. Denn dort huschen die kleinen Käfer am Waldrand oder an lichten Waldstellen im Sommer regelmäßig umher.
"Es ist aber nicht selbstverständlich", betont Wilhelm. Ihm zufolge gehören folgende Voraussetzungen dazu, um die Käferchen zu sehen: "In der Zeit von Sonnenuntergang bis vor Mitternacht muss es relativ warm und möglichst windstill sein – und ein bisschen Glück gehört auch dazu."
Wilhelm gerät ins Schwärmen, wenn er über die kleinen Tierchen spricht: "Es ist immer toll, wenn man die Gelegenheit hat, sie durch den Wald huschen zu sehen, das begeistert einen immer wieder, wenn sie um einen herumfliegen."
Denn mit ihrem ruckartigen Flug bewegen sich die Käfer nicht hoch in der Luft, sondern sind auf Mannshöhe unterwegs.
Glühwürmchen machen bei der Partnersuche ihr Licht an
Der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula), der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) und der Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus) sind laut Nabu Thüringen im Freistaat heimisch. Die Tiere sind demnach auch gerne in Wassernähe unterwegs. Auch die feuchte Drachenschlucht bei Eisenach zählt zu den bekannten Glühwürmchenorten in Thüringen.
Bei der Partnersuche knipsen die Glühwürmchen ihr Licht an. Die Weibchen sind zwar flugunfähig, können aber mithilfe von Leuchtstoffen in ihrem Hinterleib ein grünliches Licht erzeugen, wie es beim BUND Deutschland heißt. Die Käfer, die durch die Luft schwirren, sind die Männchen der Kleinen Leuchtkäfer, die Ausschau nach den Weibchen halten.
Titelfoto: Jesus Alvarado/dpa
