ESC-Betrug aufgedeckt! Diese Länder haben "beispiellos" beschissen

Turin (Italien) - Schiebung beim ESC!? Aserbaidschan, Georgien, Montenegro, Polen, Rumänien und San Marino: Das sind die sechs Länder, die sich offensichtlich gegenseitig Punkte beim "Eurovision Song Contest" 2022 hin und her geschoben haben. Diese "beispiellosen Unregelmäßigkeiten" fielen auf, die Wertungen wurden gestrichen und computerbasiert ersetzt.

Kalush Orchestra gewann mit dem Song "Stefania" den ESC 2022.
Kalush Orchestra gewann mit dem Song "Stefania" den ESC 2022.  © Luca Bruno/AP/dpa

Die Europäische Rundfunkunion EBU hatte schon in der Nacht zum vergangenen Sonntag von jenen Unregelmäßigkeiten beim Abstimmungsverhalten einzelner Länder berichtet, ohne diese zu benennen.

Die Punktevergabe der Jury aus den sechs Nationen sowohl fürs zweite Halbfinale am 12. Mai als auch im Finale am 14. Mai wurden gestrichen und ein Mittelwert aus den Punkten von anderen Staaten gebildet, die ähnlich abgestimmt hätte, hieß es weiter.

Schließlich sei "die Integrität der Abstimmung, sowohl durch die nationalen Jurys in jedem Land auch durch per Telefon oder SMS abstimmenden Zuschauer, für den Erfolg der Show von entscheidender Bedeutung", heißt es in der Pressemitteilung.

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"Im zweiten Halbfinale wurde beobachtet, dass vier der sechs [beschuldigten] Jurys alle fünf der anderen Länder in ihre Top 5 platzierten (wobei berücksichtigt wurde, dass sie nicht für sich selbst stimmen konnten); eine Jury wählte dieselben fünf Länder in ihre Top 6; und die letzte der sechs Jurys platzierte vier der anderen in den Top 4 und die fünfte in ihren Top 7", so die EBU.

Von den der Manipulation nun offensichtlich überführten Ländern schaffte es mit Aserbaidschan, Rumänien und Polen immerhin die Hälfte ins Finale. Aserbaidschan zog sogar ohne einen einzigen Punkt der Zuschauer - und somit nur aufgrund des Jury-Votings - ins Finale ein.

Das genaue Abstimmungsverhalten und die computerbasiert ausgebesserten Wertungen könnt Ihr ausführlich auf eurovision.tv nachschauen.

Im großen ESC-Finale setzte sich erwartungsgemäß die Ukraine mit dem Beitrag "Stefania" von Kalush Orchestra durch. Während die Band bei der Jury nur Vierte wurde, sicherten die Zuschauervotings einen deutlichen Sieg vor Großbritannien (Sam Ryder - "Space Man").

Titelfoto: Luca Bruno/AP/dpa

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