Kino-Topliste: Die 15 besten Filme des Jahres

Deutschland - Trotz Corona-Zeiten und monatelanger Schließungen eine Liste der besten Kinofilme des Jahres 2020? Glücklicherweise ja! Obwohl die Auswahl nicht so (übertrieben) groß wie in vergangenen Zeiten war, gab es mehr als genügend herausragende Filme, die deutlich besser sind als die der Kino-Flopliste 2020. Eine subjektive Auswahl.

Platz 15: "Onward: Keine halben Sachen" (Kinostart am 5. März)

Ein wunderschöner Film von Disney Pixar, der zudem sehr persönlich für Dan Scanlon ("Die Monster Uni") war, wie er TAG24 im >> Interview preisgab. Das fiel schon einen Tag zuvor bei der internationalen Premiere am 21. Februar auf. Das Publikum im Berlinale Palast spendete nach der Vorführung anhaltenden Applaus und Scanlon war so gerührt, dass er mit Glückstränen zu kämpfen hatte.

Wie die Figuren Ian Lightfoot und sein älterer Bruder Barley wuchs der Regisseur nämlich ohne seinen Vater auf und schuf aus seiner eigenen Vergangenheit ein berührendes und kreatives Fantasy-Werk, das zwar nicht gänzlich ohne Schwächen und manchmal etwas zu hektisch ist, als tiefsinnige Unterhaltung für die ganze Familie aber bestens funktioniert.

Es geht darum, seinen Platz in der Welt zu finden und sich seiner eigenen Stärken, Schwächen und Identität bewusst zu werden. Ian lernte seinen Vater Wilden nie kennen, weil er vor seiner Geburt an einer schweren Krankheit starb. Deshalb wünscht er sich nichts sehnlicher, als ihn einmal zu treffen. Denn vielleicht könnte er dann auch seine große innere Unsicherheit ablegen.

Ob ihm all das mit dem Zauberstab, den er zu seinem 16. Geburtstag geschenkt bekommen hat, gelingen kann? Mit Barley erlebt er jedenfalls einen abenteuerlichen Roadtrip, der sein Leben für immer verändern wird.

"Onward" kommt mit dieser Handlung zwar nicht ganz an die modernen hauseigenen Klassiker wie "Zoomania" oder "Alles steht Kopf" heran, ist aber abgedreht, warmherzig, skurril, charmant, setzt sich für Außenseiter ein und wartet mit herausragenden, farbenprächtigen Animationen auf.

Mittlerweile ist er auch bei Disney+ im Abo enthalten. Wer noch auf der Suche nach einem traurig-schönen Erlebnis für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist, sollte einen Blick riskieren.

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik zu "Onward: Keine halben Sachen".

Magisch! Ian Lightfoot (l.) und sein älterer Bruder Barley durchleben in "Onward" ein packendes Abenteuer.
Magisch! Ian Lightfoot (l.) und sein älterer Bruder Barley durchleben in "Onward" ein packendes Abenteuer.  © PR/Disney/Pixar. All Rights Reserved. / Pixar

Deutscher Trailer zu "Onward: Keine halben Sachen" von Dan Scanlon

Platz 14: "Wir beide" (Kinostart am 6. August)

Bewegend! Der französische "Oscar"-Kandidat für das kommende Jahr setzt sich vor allem für Gleichberechtigung ein. In ihm stehen nämlich die beiden älteren Damen Madeleine Girard (Martine Chevallier) und Nina Dorn (Barbara Sukowa) im Fokus.

Beide sind seit Jahrzehnten (heimlich) ein Liebespaar. Madeleine hat sich bisher nicht getraut, ihrer Familie ihre wahren Gefühle zu offenbaren. Als sie dann auch noch nach einem heftigen Streit mit Nina einen schweren Schlaganfall erleidet, wird die Zuneigung der beiden auf die Probe gestellt.

Denn Nachbarin Nina kann nicht mehr einfach so vorbeikommen und Madeleine helfen, ohne dass deren Kinder und Pflegerin etwas ahnen.

Diese bewegende Geschichte hat Regisseur Filippo Meneghetti bei seinem Langspielfilmdebüt dank eines intelligenten und feinfühligen Drehbuchs genial umgesetzt. Ihm ist ein intimes Porträt über die Schönheit der Liebe, aber auch deren Tücken gelungen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde mitreißt.

Dank der subtilen Charakterentwicklung können sich auch Sukowa und Chevallier voll entfalten und zeigen überragende schauspielerische Leistungen. Wer mit einem klugen, aus dem Leben gegriffenen Drama etwas anfangen kann, ist hier definitiv an der richtigen Adresse.

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik zu "Wir beide".

Madeleine Girard (l., Martine Chevallier) und Nina Dorn (Barbara Sukowa) sind seit Jahrzehnten ein heimliches Liebespaar.
Madeleine Girard (l., Martine Chevallier) und Nina Dorn (Barbara Sukowa) sind seit Jahrzehnten ein heimliches Liebespaar.  © PR/Sophie Dulac Distribution

Deutscher Trailer zu "Wir beide" mit Barbara Sukowa und Martine Chevallier

Platz 13: "Bohnenstange" (Kinostart am 22. Oktober)

Der russische Oscar-Kandidat aus diesem Jahr wusste ebenfalls zu begeistern. Im Mittelpunkt steht die harte Geschichte von Iya (Viktoria Miroshnichenko) und Masha (Vasilisa Perelygina) im Leningrad der Nachkriegszeit im Jahr 1945.

Es gibt Versorgungsengpässe, dazu sind die Traumata des Zweiten Weltkriegs noch frisch. Iya und Masha müssen sich in diesen Irrungen und Wirrungen irgendwie durchschlagen und auch versuchen, ihren Lebensmut wiederzufinden und nach einer außergewöhnlichen Phase zum Alltag zurückzukehren.

Das Drama von Regisseur Kantemir Balagov ist ein Meisterwerk, das völlig zurecht 27 Filmpreise gewann und für 38 weitere nominiert war. Es verlangt den Zuschauern durch seinen Realismus einiges ab, ist schauspielerisch überragend, hinterfragt die Dinge kritisch und ordnet sie ein. Zusätzlich nimmt sich Balagov auch die Zeit für feine zwischenmenschliche Töne.

Gerade diese Subtilität machen "Bohnenstange" zu einer echten Perle, die mit starken Frauenrollen aufwartet, über ein exzellentes Drehbuch verfügt, präzise Dialoge und eine fantastische Bildsprache hat. Das ist ganz großes Kino!

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik zu "Bohnenstange".

Iya (3.v.r., Viktoria Miroshnichenko) und Masha (2.v.r., Vasilisa Perelygina) versuchen, im Leningrad der Nachkriegszeit zu überleben.
Iya (3.v.r., Viktoria Miroshnichenko) und Masha (2.v.r., Vasilisa Perelygina) versuchen, im Leningrad der Nachkriegszeit zu überleben.  © PR/2020 eksystent distribution filmverleih

Deutscher Trailer zu "Bohnenstange" mit Viktoria Miroshnichenko und Vasilisa Perelygina

Platz 12: "Just Mercy" (Kinostart am 27. Februar)

Starkes US-Drama mit Starbesetzung! Im Gerichtsdrama von Regisseur Destin Daniel Cretton geht es um das allgegenwärtige Thema Rassismus.

Dem jungen afroamerikanischen Anwalt Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) ist es ein Anliegen, zu Unrecht verurteilte Farbige in Alabama zu verteidigen. Dabei hätte der Havard-Absolvent überall hingehen können. Doch für ihn hat der Job mit Herzblut zu tun, er will die Dinge zum Besseren verändern - und geht dabei ins Risiko.

Er gründet die Equal Justice Initiative und setzt sich für Walter McMillian (Jamie Foxx) ein, der 1987 eine junge Frau ermordet haben soll. Eine einzige Zeugenaussage reichte für seine Verurteilung. Dabei sagten 20 Personen aus, dass er den Tag mit ihnen verbracht hatte. Auch weitere Ungereimtheiten wurden ignoriert, Walter schon mal im Todestrakt inhaftiert, um sich daran zu gewöhnen.

Diese packende Erzählung reißt von der ersten bis zur letzten Sekunde an mit, macht aufgrund der unfassbaren Ungerechtigkeit und der vielen falschen Vorurteile wütend, rüttelt auf und regt zum Nachdenken an.

Dazu glänzen Jordan, Foxx und auch "Captain Marvel" Brie Larson und sorgen dafür, dass man sich als Zuschauer mit den Figuren identifizieren kann und emotional voll in den Film abtaucht.

Die 137 Minuten vergehen wie im Flug, weil das Niveau extrem hoch ist. Das gilt für das hintergründige Drehbuch, die überlebensgroßen Dialoge, die Kraft der Geschichte und deren universelle Strahlkraft.

Wer ansatzweise etwas mit einer tiefschürfenden Mischung aus Drama und Thriller anfangen kann, sollte sich dieses Ausnahmewerk ansehen.

Der junge Anwalt Bryan Stevenson (l., Michael B. Jordan) kämpft in "Just Mercy" für Walter McMillian (Jamie Foxx) und damit für Gerechtigkeit.
Der junge Anwalt Bryan Stevenson (l., Michael B. Jordan) kämpft in "Just Mercy" für Walter McMillian (Jamie Foxx) und damit für Gerechtigkeit.  © PR / Warner Bros. France

Deutscher Trailer zu "Just Mercy" mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Platz 11: "Ema" (Kinostart am 22. Oktober)

Ein sinnlicher Rausch! Das neue Werk von Pablo Larraín ist ein Erotikdrama mit dem gewissen Etwas. In ihm spielt die junge Tänzerin Ema (Mariana Di Girolamo) die Hauptrolle.

Sie erlitt gemeinsam mit ihrem Ehemann Gastón (Gael García Bernal) einen Schicksalsschlag, weshalb ihre Beziehung nie wieder dieselbe sein wird. Es geht um den Kampf gegen Unterdrückung, die Freiheit der Kunst und das Ausleben der eigenen Vorlieben.

Dazu sagen sich die Charaktere offen ins Gesicht, was sie voneinander halten und gerade denken. Dadurch entwickelt sich nicht nur eine außergewöhnliche Dynamik, sondern eine Sogwirkung, wie man sie selten erlebt.

Der ganz eigene Stil von Larraín mit den poetischen Bildern und den betörenden, eloquenten Dialogen kommt hier durchgehend zum Vorschein und wird obendrein noch mit einem Story-Ansatz garniert, der Frauen feiert.

Ein hochspannender und anspruchsvoller Film, der mit seiner Themenvielfalt begeistert.

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik zu "Ema".

Große optische Schauwerte: "Ema" ist ein Erotikdrama mit Herz, Seele und Leidenschaft.
Große optische Schauwerte: "Ema" ist ein Erotikdrama mit Herz, Seele und Leidenschaft.  © PR/Koch Films

Deutscher Trailer zu "Ema" mit Mariana Di Girolamo und Gael García Bernal

Platz 10: "Vergiftete Wahrheit" (Kinostart am 8. Oktober)

Einer der wichtigsten Filme des Jahres! In "Dark Waters", wie er im US-amerikanischen Original heißt, geht es um einen gewaltigen Chemie-Skandal, der die Welt erschütterte.

Der Anwalt Rob Bilott (Mark Ruffalo) arbeitet 1998 für eine große Kanzlei und wird auf einen grauenhaften Fall in seiner Heimat Parkersburg, West Virginia, aufmerksam gemacht. Dort vergiften die chemischen Abfälle des mächtigen Konzerns DuPont das Wasser, die Tiere und die Menschen.

Bilott deckt nach und nach eine Verschwörung auf, in der Geld über das Leben unzähliger Lebewesen gestellt wurde. Diese auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte reißt auch dank "Hulk" Ruffalo mit, der eine brillante schauspielerische Leistung zeigt, das Drama trägt und auf ein höheres Level hebt.

Doch das kann er nur aufgrund des genialen Drehbuchs, der zielführenden Dialoge und der großartigen Regie-Führung von Todd Haynes, wodurch die Zuschauer die Dimension des Ganzen einordnen können.

Anhand eines extremen Beispiels zeigt er die Auswüchse des Kapitalismus auf und hinterfragt sie kritisch. Die Geschehnisse werden in den 128 Minuten präzise aufgearbeitet und detailliert dargestellt. Zwar ist das Erzähltempo nicht perfekt ausgewogen, doch über kleine Längen kann man locker hinwegsehen, denn hier gibt es die stärkste Einzelszene 2020 zu sehen.

Wenn Bilott durch das entsättigte und dadurch trostlos wirkende West Virginia fährt, werden die vielen (versteckten) Probleme über die Gefühlsebene verdeutlicht. Das Publikum spürt: Hier ist einiges im Argen! Daran hat ein weltbekannter Song entscheidenden Anteil: "Take Me Home, Country Roads" von John Denver wird genau an der richtigen Stelle eingesetzt und sorgt für pure Gänsehaut!

Auch davon abgesehen begeistert dieses herausragende Drama mit seiner kraftvollen Story, seiner präzisen Inszenierung und seinem hohen künstlerischen Anspruch.

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik zu "Vergiftete Wahrheit".

Anwalt Rob Bilott (r., Mark Ruffalo) wird auf der Farm von Wilbur Tennant (Bill Camp) auf die großen Missstände aufmerksam gemacht.
Anwalt Rob Bilott (r., Mark Ruffalo) wird auf der Farm von Wilbur Tennant (Bill Camp) auf die großen Missstände aufmerksam gemacht.  © PR/Participant & Killer Films

Deutscher Trailer zu "Vergiftete Wahrheit" mit Mark Ruffalo, Anne Hathaway und Tim Robbins

Platz 9: "Berlin Alexanderplatz" (Kinostart am 16. Juli)

Der beste deutsche Film des Jahres 2020! "Berlin Alexanderplatz" ist ein einzigartiger Genremix, ein hypnotisches Werk, das von Anfang bis Ende fesselt, mit einem ganz eigenen Stil sowie hohem künstlerischen Anspruch aufwartet und eine Sogwirkung entwickelt.

Dadurch spürt man auch die epische Länge von 183 Minuten nur selten. Wenig verwunderlich, dass das Werk von Regisseur Burhan Qurbani gleich fünf Deutsche Filmpreise gewann und bei diesen Awards der Abräumer war.

In ihm geht es um den Flüchtling Francis (Welket Bungué), der einige kriminelle Dinge tun musste, um am Ende in der Hauptstadt anzukommen. Das Ziel, in Deutschland ein gutes und anständiges Leben zu führen, treibt ihn an.

Doch die Chancen für ihn sind gering. Also schließt er sich dem Drogenboss Reinhold (Albrecht Schuch) an und wird dessen Gehilfe. Die Stadt der Sünde bringt ihn immer wieder zu Fall. Schafft er es, sich jedes Mal wieder aufzurappeln?

Die starken schauspielerischen Leistungen, die dichte Atmosphäre, die einzigartige Farbgebung, die faszinierenden Dialoge und die universellen Themen machen das Drama zu einem Erlebnis, das noch lange nachhallt, weil es so intensiv ist.

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik zu "Berlin Alexanderplatz".

Francis (l., Welket Bungué) verliebt sich in "Berlin Alexanderplatz" in die Prostituierte Mieze (Jella Haase), die ihm im wahrsten Sinne des Wortes Halt gibt.
Francis (l., Welket Bungué) verliebt sich in "Berlin Alexanderplatz" in die Prostituierte Mieze (Jella Haase), die ihm im wahrsten Sinne des Wortes Halt gibt.  © PR/2019 eOne Germany

Trailer zu "Berlin Alexanderplatz" mit Welket Bungué, Albrecht Schuch und Jella Haase

Platz 8: "Bruno" (Kinostart am 15. Oktober)

Noch nie von diesem Film gehört? Bitte nachholen! Das kleine englische Independent-Drama lief in Deutschland (leider) unter "ferner liefen" im Kino. Das ist extrem bedauerlich, weil Regisseur Karl Golden eine beeindruckende und neutrale Milieustudie über einen Obdachlosen in einer Großstadt erschaffen hat.

In ihr spielt der rätselhafte Daniel (Diarmaid Murtagh) die Hauptrolle. Er lebt mit seinem einzigen Gefährten, dem Hund Bruno, in einem behelfsmäßigen Unterschlupf in der Nähe eines Bahngleises. Als er jedoch von mehreren Jugendlichen brutal verprügelt und ins Krankenhaus gebracht wird, ist sein Gefährte verschwunden. Auf der Suche nach ihm muss sich Daniel auch seiner eigenen harten Vergangenheit stellen.

Diese bewegende Geschichte wird feinfühlig und abwechslungsreich umgesetzt. Aufgrund der herausragenden Charakterdarstellung holt "Bruno" die Zuschauer auf einer tiefen emotionalen Ebene ab und reißt von der ersten bis zur letzten Sekunde mit.

Zudem zeigt Murtagh eine brillante Performance, ist das Drehbuch tiefschürfend und so gut, dass der Film nur mit sehr wenigen Dialogen auskommt und dennoch verständlich ist. Dieses Drama sollte man sich merken und anschauen!

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik von "Bruno".

Daniel (r., Diarmaid Murtagh) begibt sich in "Bruno" auf die Suche nach seinem Hund und muss sich dabei seiner eigenen Vergangenheit stellen.
Daniel (r., Diarmaid Murtagh) begibt sich in "Bruno" auf die Suche nach seinem Hund und muss sich dabei seiner eigenen Vergangenheit stellen.  © PR/2017 - FILMPERLEN - Filmverleih und Filmagentur

Originaltrailer zu "Bruno" mit Diarmaid Murtagh und Woody Norman

Platz 7: "Sorry We Missed You" (Kinostart am 30. Januar)

Regie-Altmeister Ken Loach in Hochform! Der 84-Jährige liefert mit seinem neusten Drama einen der wichtigsten, beeindruckendsten und entlarvendsten Filme des gesamten Jahres ab.

In ihm geht es um die Ausbeutung der Unterschicht, aber vor allem vom Paketboten Ricky Turner (Kris Hitchen) und seiner Frau, der Altenpflegerin Abby (Debbie Honeywood). Sie sind hochverschuldet. Er muss sich für seinen neuen Job aber erst einmal einen Transporter leasen, was sie noch tiefer in Existenzsorgen stößt.

Außerdem sehen sie ihre Kinder meist erst spät abends, was zusätzlich zu Spannungen im familiären Zusammenleben führt.

Wie Loach diese Geschichte der modernen Sklaverei umsetzt und mit viel Fingerspitzengefühl herausarbeitet, ist schlichtweg grandios! Er widmet sich der Arbeiterklasse mit viel Herzblut und hinterfragt das ausbeuterische System kritisch.

Daraus und aus den authentischen Darstellungen der Schauspieler entwickelt sich eine kraftvolle Wirkung, der man sich nicht entziehen kann und will. Dank des hintergründigen Drehbuchs und der starken Dialoge taucht man tief in diese realitätsnahe Erzählung im Semi-Dokumentarfilm-Stil ab.

Da das Drama auch noch flüssig erzählt ist, viele gute Wendungen zu bieten hat und Konsequenz vorlebt, zählt es zu den besten Werken des Jahres!

Hier kommt Ihr zur >>TAG24-Kritik von "Sorry We Missed You".

Ricky Turner (Kris Hitchen) ist hochverschuldet und wird in seinem neuen Job als Paketbote ausgenutzt. Ihn plagen Existenzsorgen. Wie kann er seine Familie ernähren und eine bessere Zukunft für seine Kinder sicherstellen?
Ricky Turner (Kris Hitchen) ist hochverschuldet und wird in seinem neuen Job als Paketbote ausgenutzt. Ihn plagen Existenzsorgen. Wie kann er seine Familie ernähren und eine bessere Zukunft für seine Kinder sicherstellen?  © PR/Joss Barratt

Deutscher Trailer zu "Sorry We Missed You" mit Kris Hitchen

Platz 6: "Judy" (Kinostart am 2. Januar)

Hollywood und die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit waren zu viel für Judy Garland, die hier von Renée Zellweger verkörpert wird. Die erhielt für ihre sensationelle Leistung den "Oscar" als beste Hauptdarstellerin - und zwar völlig zu Recht!

Sie und das hintergründige Drehbuch zeigen in dem Biopic von Regisseur Rupert Goold die Schattenseiten hinter der Glitzerfassade der Filmwelt auf und regen damit zum Nachdenken an.

Zu Beginn sieht man die junge Garland, die vom mächtigen Studioboss Louis B. Mayer (Richard Cordery) vereinnahmt und unter Druck gesetzt wird. Viele Jahre später ist sie nach jahrzehntelangem Alkohol- und Tablettenmissbrauch ein Wrack. Doch sie muss weitermachen, weil sie dringend Geld braucht. Judy entschließt sich für ihre Kinder nach London zu reisen und dort aufzutreten. Ihre Probleme bleiben jedoch.

Diese zu Herzen gehende Geschichte ist schwere Kost - emotional gesehen. Doch dank der grandiosen Charakterdarstellung fiebert man mit Judy mit und erlebt deshalb eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

So entwickelt sich eines der intensivsten Filmerlebnisse des Jahres. "Judy" bleibt aufgrund seiner aufwühlenden Szenen, der schlagfertigen Dialoge, der starken Musikuntermalung, der grandiosen Kostüme, des erstklassigen Make-up und des fantastischen Szenenbildes nachhaltig im Gedächtnis. Hart und wichtig!

Hier kommt Ihr zur >> TAG24-Kritik zu "Judy".

Das Leben im Fokus der Öffentlichkeit richtete Judy Garland (Renée Zellweger) zugrunde.
Das Leben im Fokus der Öffentlichkeit richtete Judy Garland (Renée Zellweger) zugrunde.  © PR/© 2019 eOne Germany

Deutscher Trailer zu "Judy" mit Renée Zellweger, Jessie Buckley, Rufus Sewell und Finn Wittrock

Platz 5: "Corpus Christi" (Kinostart am 3. September)

Was für ein Meisterwerk! Der polnische "Oscar"-Kandidat wartet mit einer spannenden Geschichte und einer glänzenden Umsetzung auf. Daniel (Bartosz Bielenia) wird aus dem Gefängnis entlassen und soll anschließend mit einem Job in einem Sägewerk ein neues Leben beginnen.

Das will er jedoch nicht. Stattdessen gibt er sich in der Kirche als Priester aus und kommt damit durch. Als der alte Pfarrer krankheitsbedingt ausfällt, springt Daniel ein, findet Gefallen an seiner neuen Aufgabe und der reizenden Eliza (Eliza Rycembel). Er könnte jedoch jederzeit auffliegen...

In diesem Drama geht es um Selbstfindung, Freiheit, zweite Chancen, aber auch um eine Bestandsaufnahme des ländlichen Polens. Diese bemerkenswerte Milieustudie deckt viele Probleme schonungslos auf und begeistert dabei auch als exzellente Charakterstudie.

Das liegt am minutiösen Drehbuch, den geschliffenen Dialogen und vor allem an Bielenia, der eine grandiose Leistung zeigt, die ihm auch international Aufmerksamkeit verschaffte. Kein Wunder, dass "Corpus Christi" bislang satte 50 Preise gewann und für 26 weitere nominiert war.

Das Werk von Regisseur Jan Komasa ist bis in die kleinsten Details durchdacht, hat eine Figur voller Widersprüche in der Hauptrolle und ist authentisch. Eine echte Perle!

Hier kommt Ihr zur >> TAG24-Kritik zu "Corpus Christi".

Ex-Sträfling Daniel (Bartosz Bielenia) gibt sich in "Corpus Christi" als Priester aus - und kommt damit durch!
Ex-Sträfling Daniel (Bartosz Bielenia) gibt sich in "Corpus Christi" als Priester aus - und kommt damit durch!  © PR/Arsenal Filmverleih

Deutscher Trailer zu "Corpus Christi" mit Bartosz Bielenia

Platz 4: "Niemals Selten Manchmal Immer" (Kinostart am 1. Oktober)

Eines der ganzen großen Highlights auf der diesjährigen 70. Berlinale! Das Abtreibungsdrama von Regisseurin Eliza Hittman begeisterte auf den Festivals in der ganzen Welt und avancierte völlig zu Recht zum absoluten Indie-Hit!

Der Coming-of-Age-Film stellt eine zutiefst ergreifende und zugleich harte Geschichte in den Blickpunkt. Die 17-jährige Autumn Callahan (Sidney Flanigan) ist ungewollt schwanger geworden. Das Kind will sie nicht bekommen, doch in ihrer Heimat Pennsylvania kann sie es nicht abtreiben.

Unterstützt von ihrer Cousine Skylar (Talia Ryder), macht sie sich im Bus auf nach New York und erlebt auch dort einen Rückschlag nach dem anderen. Ihr Ausflug in den "Big Apple" entwickelt sich immer mehr zu einem wahren Spießrutenlauf.

Dieses sensible Drama geht einem auch aufgrund seiner nüchternen Erzählweise emotional an die Nieren. Denn was die beiden jungen Frauen alles erleben und teilweise sogar über sich ergehen lassen müssen, ist grausam, spiegelt aber den (unverhohlenen) Sexismus im 21. Jahrhundert sehr gut wider.

"Never Rarely Sometimes Always", wie er im Original heißt, setzt die vielen universellen Themen glaubwürdig um, weil Hittman viele gesellschaftliche Bewegungen genau beobachtet und ihrem Film sehr realitätsnah inszeniert hat.

Jede Sequenz ist wichtig, ihr Werk durchdacht, weshalb es die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer verlangt - und auch bekommt. Denn es hat das gewisse Etwas, ist spannend, fesselnd, packend und intelligent.

Dabei ist die Stimmung zwar eher trist und negativ, wird aber immer wieder von Hoffnungsschimmern in Form von zwischenmenschlicher Interaktion unterbrochen. Da auch Flanigan und Ryder zu glänzen wissen, ist dieses Drama ein rundum gelungenes Meisterwerk.

Hier kommt Ihr zur >> TAG24-Kritik zu "Niemals Selten Manchmal Immer".

Skylar (l., Talia Ryder) unterstützt ihre Cousine Autumn Callahan (Sidney Flanigan) in "Niemals Selten Manchmal Immer" und ist weit mehr als nur moralische Unterstützung.
Skylar (l., Talia Ryder) unterstützt ihre Cousine Autumn Callahan (Sidney Flanigan) in "Niemals Selten Manchmal Immer" und ist weit mehr als nur moralische Unterstützung.  © PR/2020 Focus Features, LLC. All Rights Reserved

Deutscher Trailer zu "Niemals Selten Manchmal Immer" mit Sidney Flanigan und Talia Ryder

Platz 3: "The Climb" (Kinostart am 20. August)

Ein echter Überraschungshit! Die Tragikomödie "The Climb" von Michael Angelo Covino und Kyle Marvin ist ein fantastischer Film über die universellen Themen Liebe, Verlust, Wut, Freundschaft, Männlichkeit im 21. Jahrhundert, den Sinn des Lebens und emotionale Wunden geworden.

Denn es geht auch um ein absolutes No-Go: Mike (Michael Angelo Covino) gesteht seinem besten Freund Kyle (Kyle Marvin) kurz vor dessen Hochzeit, dass er mit dessen zukünftiger Frau Ava (Judith Godrèche) eine Affäre hat.

Der ist entsetzt, aber letztlich doch zu gutmütig, um sich wirklich zu wehren. So brennen Mike und Ava miteinander durch und Kyle guckt in die Röhre, muss sich von diesem schweren Schlag erst einmal erholen. Ist die Freundschaft der beiden für immer verloren?

Es ist zutiefst beeindruckend, wie durchdacht "The Climb" ist. Jedes noch so kleine Detail wurde beachtet, was sich gerade beim genialen Schnitt bemerkbar macht. Die Übergänge sind trotz Zeitsprüngen fließend, sodass man die neuen Gegebenheiten mit riesigem Interesse und großer Faszination erkundet.

Das liegt auch an der überragenden Charakterdarstellung und -entwicklung, durch die man von Anfang bis Ende voll in dieses Ausnahmewerk abtauchen kann. Denn das Identifikationspotenzial ist gewaltig. Man verfolgt die umfassende Handlung auch deshalb so gerne, weil der Film durch seine gute Balance aus traurigen und witzigen Szenen charmant ist, eine selten gesehene Tiefe erreicht und erfrischend daherkommt.

Gerade die grandiose Situationskomik, das erstklassige Drehbuch und die schlagfertigen Dialoge ragen hier neben den Cuts noch heraus. Masterpiece!

Hier kommt Ihr zur >> TAG24-Kritik zu "The Climb".

Mike (r., Michael Angelo Convino) eröffnet Kyle (Kyle Marvin) in dieser Szene von "The Climb", dass er mit dessen Verlobter geschlafen hat. Doch das Karma schlägt zurück. Mit dem Autofahrer im Hintergrund gibt es eine Schlägerei, nach der Mike im Krankenhaus landet.
Mike (r., Michael Angelo Convino) eröffnet Kyle (Kyle Marvin) in dieser Szene von "The Climb", dass er mit dessen Verlobter geschlafen hat. Doch das Karma schlägt zurück. Mit dem Autofahrer im Hintergrund gibt es eine Schlägerei, nach der Mike im Krankenhaus landet.  © PR/2020 PROKINO Filmverleih GmbH

Deutscher Trailer zu "The Climb" mit Michael Angelo Covino und Kyle Marvin

Platz 2: "Die Wütenden - Les Misérables" (Kinostart am 23. Januar)

Hochintensive Tour de Ghetto! Der französische "Oscar"-Kandidat des Jahres stellt die gesellschaftliche Spaltung in Deutschlands westlichem Nachbarland in den Fokus.

Während sich die Menschen nach dem WM-Sieg 2018 noch in den Armen lagen, ist die Stimmung wenige Monate später wieder ganz anders. Im Brennpunktviertel Clichy-Montfermeil, das 20 Kilometer entfernt von Paris liegt, soll eine Sondereinheit der Polizei um Chris (Alexis Manetti), Gwada (Djebril Zonga) und Neuling Stephane Ruiz (Damien Bonnard) für Ordnung sorgen.

Das ist im Banlieue rund um die berüchtigten Plattenbauten von Les Bosquets allerdings leichter gesagt als getan. Zu allem Überfluss droht die angespannte Stimmung auch noch zu explodieren, weil dem Clan der Zigeuner ein Löwenbaby geklaut wird. Die Gang sinnt auf Rache, ihre Rivalen bereiten sich ebenfalls auf einen Bandenkrieg vor. Können die Cops diesen verhindern oder verschlimmern sie die Lage sogar?

Dieses grandiose Sozialdrama ist selbst für das Filmland Frankreich ein Werk von außergewöhnlicher Qualität! Mit seiner schockierenden, aber zugleich wertungsfreien Machart sorgt er für atemlose Spannung und besitzt eine extrem dichte Atmosphäre.

Der Power, die "Les Misérables" ausstrahlt, kann und will man sich auch gar nicht entziehen. Dafür ist er zu wuchtig, weist auf die eklatanten sozialen Missstände hin, zeigt den Teufelskreis der Armut, Perspektivlosigkeit, Kriminalität und Parallelgesellschaften genial auf und rückt auch Themen wie Alltagsrassismus und Polizeigewalt in den Mittelpunkt.

Dank des brillanten Casts, der bedrohlichen Stimmung und der umfassenden Handlung ist "Die Wütenden" ein Überfilm, der mehr als "nur" 19 Preise und 52 Nominierungen verdient gehabt hätte.

Hier kommt Ihr zur >> TAG24-Kritik zu "Die Wütenden - Les Misérables".

Die Polizisten (von links nach rechts) Stephane Ruiz (Damien Bonnard), Chris (Alexis Manetti) und Gwada (Djebril Zonga) sollen in "Die Wütenden - Les Misérables" für Ruhe und Ordnung sorgen. Das gelingt ihnen aber nicht.
Die Polizisten (von links nach rechts) Stephane Ruiz (Damien Bonnard), Chris (Alexis Manetti) und Gwada (Djebril Zonga) sollen in "Die Wütenden - Les Misérables" für Ruhe und Ordnung sorgen. Das gelingt ihnen aber nicht.  © PR/WILD BUNCH GERMANY

Deutscher Trailer zu "Die Wütenden - Les Misérables" mit Damien Bonnard, Alexis Manenti, Issa Perica

Platz 1: "1917" (Kinostart am 16. Januar)

Wow-Effekt! Dieser Anti-Kriegsfilm wird wohl noch in vielen Jahren an den entsprechenden Fachschulen als Beispiel dafür gezeigt werden, wie man ein Meisterwerk erschafft!

Regisseur Sam Mendes ist ein zeitloser Klassiker gelungen, der nahezu komplett ohne Schnitte auskommt, von vorne bis hinten minutiös durchchoreografiert ist und in dem die Figuren dennoch aus der jeweiligen Situation heraus zu handeln scheinen.

Von der ersten Sekunde an begleitet man die beiden Hauptfiguren Lance Corporal Blake (Dean-Charles Chapman) und Lance Corporal Schofield (George MacKay) und erlebt den 6. April 1917 in Frankreich hautnah mit. Die beiden britischen Soldaten bekommen von General Erinmore (Colin Firth) den Auftrag, ein komplettes Bataillon zu retten, das in eine Falle der Deutschen zu laufen droht.

Für Blake ist das eine persönliche Angelegenheit, weil sein Bruder Joseph (Richard Madden) dort ist. Insgesamt steht das Leben von 1600 Männern auf dem Spiel. Die beiden müssen sich alleine zu ihnen durchkämpfen. Doch auf dem Weg dorthin lauern viele Fallen und tödliche Gefahren.

Dank der vielen klugen Story-Wendungen, des genialen Szenenbildes, der zeitversetzenden Kostüme, der großartig ausgestatteten Locations, der stimmigen Musikuntermalung, der starken schauspielerischen Leistungen und der aufwendigen Spezialeffekte entwickelt sich eine Grundspannung, die von Anfang bis Ende Bestand hat.

Das hängt auch mit dem ausbalancierten Erzähltempo, dem hintergründigen Drehbuch, den schlagfertigen Dialogen und in ganz besonderem Maße mit der meisterlichen Kameraführung zusammen, die für eine extrem dichte Atmosphäre sorgen.

Nur folgerichtig, dass dieses Ausnahmewerk drei "Oscars" und 111 weitere Preise gewann sowie für 171 andere nominiert wurde. Das Drama hallt lange nach und ist der beste Film des Jahres 2020.

Hier kommt Ihr zur >> TAG24-Kritik zu "1917".

Das beste Werk des Jahres ist der Anti-Kriegsfilm "1917" von Regisseur Sam Mendes mit George McKay. Selten hat ein Kriegsfilm eine so große Kraft und Wucht entfaltet, war so grandios anzusehen.
Das beste Werk des Jahres ist der Anti-Kriegsfilm "1917" von Regisseur Sam Mendes mit George McKay. Selten hat ein Kriegsfilm eine so große Kraft und Wucht entfaltet, war so grandios anzusehen.  © PR/Universal Pictures

Deutscher Trailer zu "1917" mit George McKay, Dean-Charles Chapman, Colin Firth, Benedict Cumberbatch und Mark Strong

"Tyler Rake: Extraction" ragt bei Netflix, "Borat 2" und "Uncle Frank" bei Amazon Prime Video heraus

Auch bei den Streaminganbietern gab es einige Highlights. Bei Netflix überraschten der Action-Kracher "Tyler Rake: Extraction" mit einer packenden und interessanten Geschichte sowie großer Spannung und der faszinierende Spionage-Film "Wasp Network" mit Starbesetzung und wunderschönen Aufnahmen besonders.

Bei Amazon Prime Video ragten "Borat 2" bzw. der "Borat Anschluss Moviefilm" mit heftigen Gags und einer entlarvenden Story sowie "Uncle Frank", ein feinfühliges Familiendrama mit Tiefgang, aus der Masse der Originals heraus.

Auf der 70. Berlinale begeisterte vor allem das wahrhaftige Biopic "Minamata" mit Johnny Depp. Auf wahren Begebenheiten beruhend, wurde die Geschichte inszeniert, wie ein mächtiger Konzern auf dem Rücken einfacher Leute Profit machte - ein heftiges Erlebnis, qualitativ aber ein Meisterwerk!

Ebenfalls fantastisch waren das mexikanische Independent-Flüchtlingsdrama "Los lobos - Die Wölfe", der australische Aborigine-Rachethriller "High Ground" und das Sexismus-Drama "The Assistant".

Titelfoto: PR/Topic Studios/Wild Bunch Germany/2019 Universal Pictures and Storyteller Distribution

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