"Peninsula": Menschen müssen in perverser Arena gegen blutgeile Zombies ums Überleben kämpfen!

Deutschland - Hier spritzt das Blut! Mit dem Zombie-Reißer "Peninsula" kommt der Nachfolger der Genrehits "Train to Busan" und "Seoul Station" am 8. Oktober endlich auch in die deutschen Kinos. Es geht richtig zur Sache!

Ein Ausweg für die Menschen vor Ort: Die Zombies lassen sich von Geräuschen ablenken.
Ein Ausweg für die Menschen vor Ort: Die Zombies lassen sich von Geräuschen ablenken.  © PR/Splendid Film GmbH

Zeitlich setzt die Handlung vier Jahre nach "Train to Busan" ein. Das postapokalyptische Korea wurde mittlerweile komplett abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt.

Denn das Virus, das die Menschen durch Bisse in Zombies verwandelt, hat sich bislang nur dort verbreitet. Einer der Flüchtlinge, der entkam, ist Jung-seok (Gang Dong-won). Der Soldat befand sich mit seiner Familie auf einem vollgestopften Boot, das von Korea nach Hongkong fuhr. 

Doch an Bord gab es einen Infizierten, der sich verwandelte, blutdürstig andere Passagiere angriff und verwandelte - darunter auch die Frau und den Sohn von Jung-seok! Der fristet seitdem ein freudloses Leben im Exil in Hongkong an der Seite seines Schwagers Cheol-min (Kim Do-yoon), den er vor den Zombies rettete.

Nun erhalten die beiden von einem Gang-Boss (Geoffrey Giuliano) ein verlockendes, aber lebensgefährliches Angebot: Sie sollen mit einigen anderen auf die Peninsula, die Halbinsel, zurückkehren und in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul einen Truck voller Bargeld sichern.

Das liegt dort nämlich "einfach" herum. Dabei würden für jeden 2,5 Millionen US-Dollar herausspringen. Allerdings müssen die Gefährten dafür erst einmal an ganzen Zombie-Massen vorbeikommen und auch gegen wahnsinnige Banden kämpfen, die Menschen fangen und sie in einer schockierend gestalteten Arena gegen die Untoten antreten lassen ...

Deutscher Trailer zum "Train to Busan"-Nachfolger "Peninsula"

In Korea ist das Leben nach dem Virusausbruch zusammengebrochen. Denn gegen die Zombies kommen die Menschen nicht an.
In Korea ist das Leben nach dem Virusausbruch zusammengebrochen. Denn gegen die Zombies kommen die Menschen nicht an.  © PR/Splendid Film GmbH

"Peninsula" ist ein durchwachsener Zombie-Reißer mit Stärken und Schwächen geworden

Cheol-min (Kim Do-yoon) wird unter dem Jubel der geisteskranken Banden in die Arena geschickt, wo er um sein Leben kämpfen und rennen muss.
Cheol-min (Kim Do-yoon) wird unter dem Jubel der geisteskranken Banden in die Arena geschickt, wo er um sein Leben kämpfen und rennen muss.  © PR/Splendid Film GmbH

Diese heftige Geschichte hat Yeon Sang-ho, der schon für die beiden Vorgänger verantwortlich war, solide umgesetzt. Wer sie kennt, der weiß auch, worauf er sich beim dritten Teil der "K-Zombie-Trilogie" einlässt - mit allen Stärken und Schwächen.

Erneut ist ein Kernproblem, dass man den Figuren nicht wirklich nahekommt und emotional deshalb nur bedingt mitgehen kann, obwohl Jung-seok ein bewegender Hintergrund spendiert wird, der aber oberflächlich bleibt. 

Außerdem muss - wie in fast jedem Horrorfilm - ihr (dummes) Verhalten kritisch hinterfragt werden. Mitunter sind die Fehlentscheidungen meilenweit im Voraus zu erahnen und sorgen daher nicht gerade für Begeisterung. 

Allerdings ist auch klar festzuhalten, dass die Charaktere zwar durchaus eine Rolle spielen, ihre Entwicklung aber nicht im Fokus steht. Hier geht es nämlich vornehmlich um Action, Nervenkitzel, Wahnsinn, abgedrehte Ideen und deren Umsetzung! Man wird als Zuschauer in eine völlig verrückte Endzeitwelt katapultiert, die sehr reichhaltig wirkt und dank des immer wieder überragenden Szenebildes für eine spannungsgeladene Atmosphäre sorgt.

Zu der trägt auch die detailreiche Ausstattung der heruntergekommenen und oft bedrohlich wirkenden Locations bei. Dank der dynamischen Kameraführung und der treibenden Musikuntermalung gibt es einige atemlose Action-Sequenzen, in denen das künstlerische Können der Macher offensichtlich wird.

Nicht nur Cheol-min (Kim Do-yoon), auch viele andere arme Menschen müssen sich dort wie Gladiatoren behaupten. Sie haben allerdings keine Waffen und werden von der Aufmachung eingeschüchtert. Von der Decke baumeln aufgehängte Personen, von außen schauen die blutgeilen Gangs zu und schließen Wetten ab.
Nicht nur Cheol-min (Kim Do-yoon), auch viele andere arme Menschen müssen sich dort wie Gladiatoren behaupten. Sie haben allerdings keine Waffen und werden von der Aufmachung eingeschüchtert. Von der Decke baumeln aufgehängte Personen, von außen schauen die blutgeilen Gangs zu und schließen Wetten ab.  © PR/Splendid Film GmbH
Cheol-min (Kim Do-yoon, l.) bekommt bald Unterstützung von Jung-seok (Gang Dong-won).
Cheol-min (Kim Do-yoon, l.) bekommt bald Unterstützung von Jung-seok (Gang Dong-won).  © PR/Splendid Film GmbH

"Peninsula" übt deutliche Gesellschaftskritik und hat gute Ansätze, ist aber auch redundant

Mit den Zombies ist nicht gerade gut Kirschen essen! Ein Biss genügt und schon verwandelt man sich ebenfalls in einen Untoten.
Mit den Zombies ist nicht gerade gut Kirschen essen! Ein Biss genügt und schon verwandelt man sich ebenfalls in einen Untoten.  © PR/Splendid Film GmbH

Andererseits sind die Spezialeffekte mehrfach auf den ersten Blick als solche auszumachen und stehen damit in krassem Kontrast zu den exzellenten Kostümen und dem großartigen Make-up.

Diese Qualitätsschwankungen sind schade. Denn es wäre mehr drin gewesen. "Peninsula" ist nämlich kein simpler Horror-Schocker, sondern übt deutlich erkennbar Gesellschaftskritik. Sowohl deren Verrohung wird angeprangert, als auch der mitunter abstoßende Umgang mit Flüchtlingen. Hier wird - komplett auf die Spitze getrieben - gezeigt, was aus einer Mischung aus Wut, Hass und Verzweiflung entstehen kann. 

Die perverse Neuinterpretation der Gladiatorenspiele sorgt dabei für Entsetzen, begeistert aber andererseits mit einem eigenen Stil und einer sehr starken Aufmachung. Dennoch ist der Grad der Brutalität nicht nur hier, sondern im gesamten Film hoch, weshalb er nur etwas für hartgesottene Gemüter ist.

Schade ist hingegen, dass sich die (teilweise zu langen) Verfolgungsjagden und Kämpfe abnutzen und es deshalb einige unnötige Längen gibt. Über die trösten grundsolide schauspielerische Leistungen und viel Fantasie der Macher hinweg. Für Fans der Vorgänger und Genre-Liebhaber ist er deshalb durchaus einen Blick wert.

Titelfoto: PR/Splendid Film GmbH

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