"Die Prinzen": Erst eine neue Single, dann ein ganzes Album!

Leipzig - Neues kam von ihnen lange nicht, aber die Durststrecke für Fans endet nun. "Die Prinzen", eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Popbands der 90er-Jahre, veröffentlichen am Freitag eine neue Single, im Mai folgt ein Album (TAG24 berichtete). Anlass ist das 30-jährige Jubiläum der Band dieses Jahr.

Die Prinzen samt Band. V.l.: Henri Schmidt (53), Ali Zieme (49), Tobias Künzel (56), Jens Sembdner (54), Sebastian Krumbiegel (54), Mathias Dietrich (56) und Wolfgang Lenk (54).
Die Prinzen samt Band. V.l.: Henri Schmidt (53), Ali Zieme (49), Tobias Künzel (56), Jens Sembdner (54), Sebastian Krumbiegel (54), Mathias Dietrich (56) und Wolfgang Lenk (54).  © Sven Sindt/LANZ UNLIMITED/dpa

1991 war es, die deutsche Einheit war noch nicht ein Jahr alt, als das erste Album "Das Leben ist grausam" erschien, das Maßstäbe setzte, nicht nur für die deutsche Popmusik, sondern auch für die Band selbst, denn es formulierte einen Standard. Mindestens zwei Hits enthielt die Platte - "Millionär", "Gabi und Klaus" -, die zu Klassikern wurden, mit Textzeilen, die sprichwörtlich geworden sind: "Ich wär' so gerne Millionär, dann wär' mein Konto niemals leer" und "Das Leben ist grausam und schrecklich gemein" (und Klaus ist ein Schwein!).

Sechs Platten brachten die Leipziger in jenem Jahrzehnt heraus, vier in den 2000er-Jahren, in den Zehnerjahren nur eins, "Familienalbum", 2015. Zwar war man oft auf Tournee, doch neue Lieder gehörten meist nicht dazu. Vor allem Tobias Künzel (56) und Sebastian Krumbiegel (54) verfolgten nebenher Solokarrieren. Das ist noch immer so, doch liegt jetzt wieder größeres Gewicht auf der Gruppe.

"Krone der Schöpfung" wird das Album heißen, dessen erste Singleauskopplung morgen auf den Markt kommt. Ein halbes Tucholsky-Zitat hat man dafür adaptiert, "Dürfen darf man alles" ("man muss es nur können", so dichtete Tucholsky weiter).

Der neue Song will aktuell sein und zum Diskurs auffordern

Die Leipziger Band gründete sich 1991. Zum Jubiläum soll nun ein neues Album erscheinen.
Die Leipziger Band gründete sich 1991. Zum Jubiläum soll nun ein neues Album erscheinen.  © Public Address Presseagentur

"Die Prinzen" erfinden sich nicht neu, doch sind sie ganz und gar eine Gruppe von heute. "Wir haben ein sehr breites Spektrum, aber ich glaube, dass unser Erfolg auch mit Haltung zu tun hat. Es ist wichtig, drei Harmonien zu können, aber es ist viel wichtiger, über etwas zu erzählen, was sonst noch keiner erzählt hat", wird Sebastian Krumbiegel in den Produktionsnotizen zitiert.

Der neue Song will aktuell sein. "Dürfen darf man alles" ist vor dem Hintergrund der Political Correctness eben nicht irgendein unverbindliches Motto, sondern eins mit Substanz. Fleisch essen, Auto fahren, all das und noch viel mehr, was man heute alles nicht mehr dürfen soll ... Oder darf man es doch? Krumbiegel: "Der Song ist auch Aufforderung zum Diskurs. Wir haben uns immer als Band gesehen, die einerseits polarisiert, aber andrerseits dafür wirbt, Gemeinsamkeiten zu suchen und integrativ zu sein."

Das Album, das im Mai folgt, wird zwölf Songs enthalten. Vor zwei Jahren habe man angefangen zu planen, dann seien doch alle Songs erst 2020 entstanden, sagte Krumbiegel der Süddeutschen Zeitung. In Pandemiezeiten eine ungewöhnliche Produktion. Gearbeitet wurde anfangs in Videokonferenzen, später in kleinen Gruppen, dann, unter entsprechenden Hygienemaßnahmen, im Studio.

Vielleicht sind ja die neuen Lieder der "Prinzen" das, was wir alle brauchen im Corona-Frust. Viele Fans können's kaum erwarten, wieder etwas von ihren Lieblingen zu hören. "Die Freude ist so groß, das kann sich keiner vorstellen ...", schreibt eine "Prinzen"-Verehrerin auf Facebook, "Ich warte sehnsüchtig darauf" eine andere. Ab morgen werden wir genau hinhören.

Titelfoto: Sven Sindt/LANZ UNLIMITED/dpa

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