Ex-"Deichkind"-Rapper Ferris spricht offen über dunkelste Zeit seines Lebens

Hamburg - Der Musiker Ferris (48), der mit bürgerlichem Namen Sascha Reimann heißt, hat in einem Interview über seine schwere Vergangenheit gesprochen.

Der Musiker Ferris (48) veröffentlicht im April seine Biografie: "Ferris - Ich habe alles außer Kontrolle".
Der Musiker Ferris (48) veröffentlicht im April seine Biografie: "Ferris - Ich habe alles außer Kontrolle".  © Ingo Wagner/dpa

"Oft habe ich mir gewünscht, einzuschlafen und nie wieder aufzuwachen", sagt Ferris in einem Gespräch mit dem Stern. "Der einzige Grund, warum ich noch lebe, ist, weil ich nicht mutig genug war, mir das Messer in den Hals zu rammen oder aus dem Fenster zu springen."

Bei all den Drogen, die er genommen habe, seinen depressiven Phasen und "Psycho-Anfällen" sei es ein Wunder, dass er noch nicht tot sei.

Der Musiker veröffentlicht am 1. April 2022 seine Biografie "Ferris - Ich habe alles außer Kontrolle", die er gemeinsam mit seiner Frau Helena Anna Reimann geschrieben hat.

Allergische Reaktion! Howard Carpendale muss Konzerte absagen
Musik News Allergische Reaktion! Howard Carpendale muss Konzerte absagen

Darin berichtet er offen von seinem Werdegang, seiner schweren Kindheit und seiner Drogensucht.

In dem Interview erklärte er nun weiter, dass er die Drogen vor allem nahm, um seine depressiven Phasen auszuhalten.

"Ich betäubte mich damit", sagt er. Damals hielt der Musiker seine Existenzangst für den Grund seiner dunklen Gedanken.

Der Musiker hatte eine schwere Kindheit

Jetzt weiß er, dass man auch depressive Phasen haben kann, wenn man finanziell gut aufgestellt ist. "Als ich bei Deichkind war und ich Erfolg hatte, ging es mir trotzdem schlecht", verrät Ferris im Gespräch.

Lange habe er versucht, vor seiner Vergangenheit zu fliehen. Ferris wuchs in einem sozialen Brennpunktviertel auf. Sein Vater brach den Kontakt zu ihm ab, als er zehn war, seine Stiefväter verprügelten ihn. Auch die Beziehung zu seiner Mutter war schwer. "Diese bedingungslose Liebe, die eine Mutter ihrem Kind gegenüber fühlt, habe ich nie gespürt", sagt er.

Der Musiker wurde in den Neunzigern als einer der ersten erfolgreichen HipHop-Künstler bekannt. Zehn Jahre war er Mitglied der Band Deichkind. Im Juni 2022 erscheint sein neues Album: "Alle hassen Ferris".

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Ingo Wagner/dpa

Mehr zum Thema Musik News: