Trauer um eine Ikone: Malaria!-Sängerin Bettina Köster gestorben

Berlin - Ein großer Verlust für die deutschsprachige Künstlerszene: Bettina Köster ist tot.

Bettina Köster (†66, l.) bei einem Auftritt mit Malaria! auf der Documenta in Kassel 1982.
Bettina Köster (†66, l.) bei einem Auftritt mit Malaria! auf der Documenta in Kassel 1982.  © IMAGO / Future Image

Die prägende Stimme der Berliner Avantgarde- und Post-Punk-Band Malaria! ist im Alter von 66 Jahren am 16. März im italienischen Capaccio Paestum gestorben, wie aus einer Mitteilung ihres privaten Umfelds hervorgeht.

Darin heißt es: "Die Verstorbene wurde am Vormittag des 18. März 2026 auf dem Friedhof von Capaccio Paestum beigesetzt. Menschen aus ihrem nahen Umfeld erinnern und betonen ihre persönlichen Überzeugungen und Sensibilitäten, die ein wesentlicher Teil ihrer menschlichen und künstlerischen Identität waren."

Und weiter ist zu lesen: "Wer möchte, kann ihr Grab frei auf dem Friedhof besuchen. Die Trauerfeier fand im privaten Rahmen statt."

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Die 1959 im ostwestfälischen Herford geborene Musikerin und Künstlerin zählte zu den zentralen Figuren der Westberliner Underground- und Avantgarde-Szene der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre.

Bekannt wurde sie zunächst mit dem Projekt Mania D, aus dem 1981 Malaria! hervorging - eine international beachtete All-Female-Band der New-Wave- und Post-Punk-Bewegung. Bis 1984 war sie in der Gruppe als Sängerin, Saxofonistin und Haupttexterin aktiv.

Bettina Kösters Stimme prägte den Sound von Malaria!

Mit ihrer tiefen, markanten, verrauchte und zugleich Stimme prägte Köster den charakteristischen Sound der Band, deren Stücke wie "Kaltes klares Wasser" über Deutschland hinaus Einfluss erlangten. Ihr Stil verband Musik mit Performance und bildender Kunst und galt als bewusst reduziert und atmosphärisch.

Auch nach der Auflösung von Malaria! blieb Köster künstlerisch aktiv, unter anderem im Film- und Musikbereich. Sie verstand sich als nicht-binär, wie sie 2021 erklärte, und wurde mit ihrem androgynen Styling als frühe Ikone der queeren Subkultur wahrgenommen.

Zur Todesursache machte Kösters Umfeld keine Angaben.

Titelfoto: IMAGO / Future Image

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