Berlin - Schauspieler Jan Josef Liefers (61) blickt kritisch, aber ohne Reue auf sein Engagement während der Corona-Pandemie zurück.
Im Podcast "Hotel Matze" sprach der "Tatort"-Star über seine Teilnahme an der umstrittenen und stark polarisierenden Aktion "#allesdichtmachen" aus dem Jahr 2021.
Seiner Aussage nach seien die Teilnehmer der Initiative einem enormen öffentlichen Druck ausgesetzt gewesen - auch von Medienseite.
Nur "Sekunden", nachdem die Videoclips online gegangen waren, habe auch bei ihm das Telefon geklingelt, erinnerte sich Liefers im Interview mit Podcaster Matze Hielscher (46).
Ein Freund, der mittlerweile bei der Rechercheplattform "Correctiv" mitarbeite, habe ihn bedrängt, von der Aktion wieder Abstand zu nehmen.
"Der sagt mir am Telefon: 'Was um Gottes willen ist das? Das musst du sofort zurücknehmen. Du musst das sofort runternehmen, du musst sofort eine Erklärung abgeben: Ähm, das war ein Irrtum, das war falsch, tut mir leid'", gab der Schauspieler den Wortlaut des damaligen Gesprächs wieder.
Dem Wunsch des Kumpels habe Liefers aber nicht nachkommen wollen. Er legte dar, dass er nach einer Teilnahme nicht wieder einen Rückzieher machen könne. "Da bin ich zu alt für so einen Scheiß", rechtfertigte sich Liefers.
Initiative "#allesdichtmachen" stand heftiger Kritik gegenüber
Der Freund habe weiter gedrängt und vorgeschlagen, Liefers solle zumindest eine Erklärung abgeben und sich "von rechts distanzieren". Darüber habe er länger nachgedacht als über mögliche Karrierefolgen. Trotz des immensen Drucks ist Liefers' Haltung nach eigenem Bekunden unverändert und er würde sich erneut entsprechend öffentlich positionieren.
"Ich würde es (...) auch nicht als Fehler bezeichnen, weil es mir so viele neue Bekanntschaften eingebracht hat - und zwar nicht mit rechtsradikalen Neonazis, sondern mit Wissenschaftlern, mit Leuten also, die das alles viel besser wissen als ich", gab er zu verstehen.
Im April 2021hatte die Initiative "#allesdichtmachen" für Schlagzeilen gesorgt und zu einer teils erhitzt geführten Debatte geführt. Mehr als 50 prominente Schauspielerinnen und Schauspieler veröffentlichten ironisch-satirische Videos, in denen sie die Corona-Politik kritisierten.
Neben Liefers beteiligten sich unter anderem Ulrich Tukur (68), Meret Becker (57), Heike Makatsch (54) und Volker Bruch (46).