Erfolg vor Gericht: Bill Kaulitz geht gegen AfD-Mann vor

Hamburg/Berlin/Los Angeles - Bill Kaulitz (36), Frontmann der Band "Tokio Hotel", hat sich erfolgreich gegen Diffamierungen eines Berliner AfD-Politikers gewehrt.

Der Musiker aus Magdeburg macht aus seiner Sexualität kein Geheimnis. Gegen hasserfüllten Kommentaren will er konsequent vorgehen.  © Screenshot/Instagram/Billkaulitz

Wie der Sänger in seinem Podcast "Kaulitz Hills - Senf aus Hollywood" erzählte, ist er gegen im Internet gepostete Aussagen des AfD-Politikers Julian Adrat vorgegangen.

Adrat habe laut einem Bericht des "Spiegels" unter anderem auf der Kurznachrichtenplattform "X" homophobe und hasserfüllte Kommentare gegen den bisexuellen Künstler veröffentlicht.

Darunter bezeichnete er die aktuelle Werbekampagne eines Herstellers für Haarpflege als "zivilisatorischen Totalschaden". Kaulitz steht dafür als Werbegesicht zur Verfügung. In seinem Podcast ermahnte der in Los Angeles lebende Musiker: "Wenn ihr so was postet, dann bekommt ihr öfters Post von mir."

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Gemeint ist ein Schreiben seiner Anwälte. Zunächst habe man Adrat zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufgefordert, heißt es in dem Medienbericht. Der Politiker habe daraufhin abgelehnt, weshalb Kaulitz' Anwälte eine einstweilige Verfügung beantragten. Das Landgericht Hamburg hatte dieser daraufhin stattgegeben.

In dem Beschluss heißt es, die Äußerung des Politikers beinhalte eine "massive Abwertung des Antragstellers, die sich an dessen sexueller Orientierung ausrichtet und den Antragsteller gezielt diffamiert".

Damit wird Adrat untersagt, seine Äußerung zu verbreiten. Bei Zuwiderhandlung drohe ein Ordnungsgeld. Der AfD-Politiker löschte daraufhin seinen Post.

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Adrat ist kein unbeschriebenes Blatt

Bill Kaulitz (36) wehrt sich gegen homophoben Äußerungen an seiner Person.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Julian Adrat ist bereits mehreren Gerichten und Behörden bekannt. Schon häufiger fiel er wegen Hasskommentaren und homophoben Äußerungen auf.

So wurde er unter anderem zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt, weil er öffentlich die Ausrottung von "Transgenderismus" verlangte, so der "Spiegel".

Die Auseinandersetzung zwischen Kaulitz und Adrag nutzten auch rechte Blogs für sich. Auf ihren Internetseiten kritisierten sie das Vorgehen von Kaulitz und den Gerichtsbeschluss. Für sie sei der Fall ein Anzeichen von "Zensur".

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Kaulitz selbst sieht das Ganze weniger tragisch und erwähnt die Auseinandersetzung in seinem Podcast nur beiläufig.

"Ich mahne so was eigentlich gar nicht ab", sagte er, "aber da dachte ich halt, das ist so ein AfD-Vollidiot."

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