Cate Blanchett macht klar: "Können der Kunst nicht den Mund verbieten"
Von Caroline Bock, Julia Kilian
Berlin - Klare Worte von Hollywoodstar Cate Blanchett (56): Bei einer Gala im "Hamburger Bahnhof" in Berlin hat sie die Kunst leidenschaftlich verteidigt – auch wenn niemand ihr zustimmt.
"Kunst steht in ständigem Dialog mit den Augen und Seelen der Menschen, die sie wahrnehmen, die über sie diskutieren, die sich an sie erinnern, die von ihr beeinflusst werden, die von ihr verzaubert sind und die sich gegen sie auflehnen", sagte Blanchett.
Und weiter: "Wir können die Kunst nicht ausschalten. Wir können der Kunst nicht den Mund verbieten. Selbst wenn Menschen absolut nicht mit ihr einverstanden sind."
Blanchett hält Orte wie den "Hamburger Bahnhof" für unentbehrlich, wie sie deutlich machte. Mit dem Museum hat sie eine besondere Verbindung: 2016 war sie dort in der Filminstallation "Manifesto" zu sehen.
Zur Gala "A Night in Berlin" brachte Blanchett ihren Sohn Ignatius ("Iggy") mit. Unter den Gästen waren auch Hollywoodstar Matt Dillon (62), Schauspielerin Nina Hoss (50), Regisseur Wim Wenders (80), Sänger Herbert Grönemeyer (69) und die Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle (56). Viele Künstler kamen, darunter Wolfgang Tillmans (57), Anne Imhof (48), Ólafur Elíasson (59) und Katharina Grosse (64).
Die Smoking-Dichte unter den Gästen war hoch. Die Veranstaltung mit Showprogramm und Dinner ist auch als Dank an private Geldgeber für deren Unterstützung im Jubiläumsjahr gedacht.
Der Hamburger Bahnhof, die Nationalgalerie der Gegenwart, wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Bei einem großen Jubiläumswochenende im November soll das Haus 30 Stunden am Stück fürs Publikum öffnen.
Museumschefs setzen auf private Förderer
"Öffentliche Museen sind heute zunehmend auf zusätzliche Förderungen angewiesen", erklärten die Museumschefs Sam Bardaouil und Till Fellrath vorab. Deshalb arbeiteten sie daran, dem "Hamburger Bahnhof" mehr Finanzierungsquellen zu erschließen. Dazu zählt etwa eine Kooperation mit dem Modehaus Chanel.
"Für uns ist entscheidend, dass diese Unterstützung niemals den öffentlichen Auftrag des Museums ersetzt, sondern ihn stärkt", sagten sie. Ziel der privaten Unterstützung sei auch, die Gesellschaft für die Kunst zu mobilisieren.
Im Vorfeld seien wichtige Mittel eingeworben worden, insbesondere für Bildung und Kunstvermittlung sowie die Projekte im Jubiläumsjahr, teilte die Museumsleitung mit.
Gleichzeitig sei die Gala eine Gelegenheit, Förderern zu danken und Netzwerke aus Kunst, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzubringen.
Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

