Blume gegen Musk: Antisemitismus-Beauftragter verklagt Twitter

Stuttgart - Inwieweit werden Betroffene bei Verleumdungskampagnen im Netz im Stich lassen? Wie können sich Menschen gegen verleumderische Behauptungen und "Fake News" wehren? Der baden-württembergische Antisemitismus-Beauftragte geht nun gegen Twitter vor.

Beim Bodensee Business Forum (BBF) nahm Michael Blume (46) an einer Diskussion teil.
Beim Bodensee Business Forum (BBF) nahm Michael Blume (46) an einer Diskussion teil.  © Stefan Puchner/dpa

Der Antisemitismus-Beauftragte Baden-Württembergs sagt Twitter-Trollen den Kampf an: Michael Blume (46) hat den Kurznachrichtendienst verklagt, um zu erreichen, dass Verleumdungen gegen ihn umgehend von der Plattform entfernt werden und nicht wiederhergestellt werden dürfen.

Blume sagte am Donnerstag kurz vor Beginn eines Verfahrens am Frankfurter Landgericht der dpa: "Mir geht es nicht darum, dass Twitter den Betrieb einstellt." Vielmehr gehe es um die ganz grundsätzliche Frage, wie viel Hetze auf Twitter verbreitet werden dürfe und inwieweit Opfer von Verleumdungskampagnen allein gelassen würden.

Der neue Twitter-Chef Elon Musk (51) wolle massenhaft Accounts wieder zulassen von Menschen, die ihn und seine Familie "getrollt" hätten, sagte Blume. "Dann werden die nächsten Wochen für mich und meine Familie zur Tortur." Auf Twitter sei etwa behauptet worden, er gehe fremd und er betrüge seine Frau mit Minderjährigen, berichtete Blume. "Twitter soll mit meiner Klage dafür sorgen, dass die Accounts gelöscht bleiben."

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Blume war und ist auf Twitter immer wieder massiven Angriffen ausgesetzt. Es gehe darum, wie viel sich öffentliche Personen bieten lassen müssten, erläuterte er. Gemeinsam mit seinem Würzburger Anwalt wirft er dem Kurznachrichtendienst vor, illegale Inhalte nicht ausreichend zu entfernen.

"Falls es Twitter weiterhin gestattet wird, mit Hass und Trolling Geld zu verdienen und sogar Gesperrte wieder willkürlich freizuschalten, dann verlieren wir alle", sagte Blume der "Südwest Presse". Das Eilverfahren soll am Donnerstagnachmittag in Frankfurt verhandelt werden.

Titelfoto: Bildmontage: Stefan Puchner/dpa, Susan Walsh/AP/dpa

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