Felix Lobrecht stinksauer: "Das können sich normale Leute überhaupt nicht leisten"
Berlin - Der Druck auf dem Berliner Wohnungsmarkt trifft längst nicht mehr nur unbekannte Mieter. Felix Lobrecht (37) schildert jetzt, wie er selbst der Verdrängung angestammter Bewohner in seinem eigenen Mietshaus machtlos gegenübersteht.
"Normale Leute werden hier durch reiche Leute ersetzt", erklärte der Comedian in der neuesten Folge seines Podcasts "Gemischtes Hack".
Der in der Neuköllner Gropiusstadt aufgewachsene Felix wohnt seit mehreren Jahren in einem Mehrfamilienhaus nahe dem Kottbusser Tor in Kreuzberg.
Nun werden die Wohnungen seiner langjährigen Nachbarn, zu denen er ein gutes Verhältnis hatte, von großen Immobilien-Hedgefonds aufgekauft.
"Was die Immobilien-Hedgefonds jetzt machen: Allen Mietern so pro forma anzubieten, ihre Wohnungen zu kaufen. Zu Preisen, die sich normale Leute überhaupt nicht leisten können", erklärt Lobrecht seinem Podcast-Kollegen Tommi Schmitt.
Da viele seiner Nachbarn den Kauf finanziell nicht stemmen können, verkauft der Hedgefonds die Wohnungen einzeln. Zusätzlich würde er den Mietern hohe Geldsummen anbieten, damit sie freiwillig ausziehen. Der Grund ist klar: "Eine leer stehende Wohnung kann man buchstäblich doppelt so teuer verkaufen."
Felix Lobrecht: "Du findest hier bald keine Wohnung mehr"
Für den 37-Jährigen hat das direkte Auswirkungen: Sein gewohntes Umfeld verändert sich drastisch. "Meine ganze Nachbarschaft zieht aus!", so der TV-Star.
Stück für Stück kauften Privatpersonen die Wohnungen, beantragten Eigenbedarf oder zogen die Mieten so stark an, dass niemand sich mehr halten konnte. Für den Comedian sei das "total Sch***".
Lobrecht sieht den Fall als Sinnbild für den derzeitigen Berliner Wohnungsmarkt. "Wenn das überall so läuft, findest du hier bald überhaupt keine Wohnung mehr", meint er.
Wenn sich im Berliner Ring nur noch "Internationals und IT-Fachleute" das Wohnen leisten können, habe das nichts mehr mit der Stadt zu tun.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa; Monika Skolimowska/dpa

