Lkw-Verband entsetzt: Jan Böhmermann spielt Ulrich Siegmund und lässt sich mit Moped totfahren

Berlin - Für seine Show "ZDF Magazin Royale" hat sich Satiriker Jan Böhmermann (45) nach dem Vorbild von AfD-Politiker Ulrich Siegmund (35) auf ein Moped gesetzt - und von einem Lastwagen totfahren lassen. Lkw-Fahrer reagieren entsetzt.

Mithilfe von KI hat der "Bundesverband Logistik & Verkehr-pro" die Szene aus dem "ZDF Magazin Royale" nachgestellt.  © Facebook/Bundesverband Logistik & Verkehr - BLV-pro e.V.

Die Ausgabe des ZDF Magazin Royale vom 2. Oktober eröffnete Böhmermann mit einem kurzen Clip, der ihn auf einem blauen Moped zeigt. Offensichtlich eine Anspielung auf Siegmund, der gemeinsam mit seinen Anhängern im Wahlkampf häufiger zu Rundfahrten mit seiner blauen Simson aufgebrochen war.

Böhmermann fährt dabei mit einem Grinsen über eine Landstraße und wird plötzlich von einem Lkw erfasst. Dann wird es brutal: Der Laster setzt nach dem dargestellten Unfall zurück und überfährt offensichtlich den eben erfassten Menschen noch mal, fährt daraufhin erneut vorwärts und noch mal drüber.

Am Mittwoch reagierte der "Bundesverband Logistik & Verkehr-pro" entsetzt: "Als Berufsverband BLV-pro verurteilen wir das Video von Jan Böhmermann aufs Schärfste. Die Darstellung eines DDR-Mopedfahrers als Persiflage des AfD-Politikers Siegmund auf dessen Simson, der von einem Lkw-Fahrer und dessen Lkw mehrfach überrollt wird, erweckt den erschreckenden Eindruck, dass diesem Politiker der Tod gewünscht oder zumindest billigend in Kauf genommen wird", schrieb der Logistikverband in einem Beitrag auf Facebook.

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Die gezeigten Szenen seien aus Sicht des Verbands keine "mutige Satire", sondern eine "menschenverachtende Instrumentalisierung" des Lasterfahrer-Berufs. Lkw-Fahrer würden hier als "gewissenlose Gewalttäter" verunglimpft.

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Satiriker Jan Böhmermann (45) steht in der Kritik. (Archivfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Logistikverband: "Dass dieser Beitrag aus öffentlich-rechtlichen Geldern finanziert wird, ist ein Skandal"

AfD-Politiker Ulrich Siegmund (35) ist bekannt für gemeinsame Simson-Fahrten mit seinen Fans.  © Sebastian Willnow/dpa

Der Logistikverband forderte vom ZDF eine öffentliche Stellungnahme und eine "klare Distanzierung". Außerdem kündigte der BLV-pro die Prüfung rechtlicher Schritte an: "Dass dieser Beitrag zudem aus öffentlich-rechtlichen Geldern finanziert wird, ist ein Skandal."

Ebenfalls wurde kritisiert, dass Böhmermanns Video vor dem Hintergrund des verheerenden Unfalls in Brandenburg mit vier toten Moped-Fahrern (14 bis 19 Jahre) "besonders pietätlos und geschmacklos" sei.

Besagte Tragödie spielte sich allerdings fünf Tage nach Ausstrahlung der Sendung ab, zum Zeitpunkt des Drehs konnte Böhmermann also noch nichts vom Unglück ahnen.

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Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wies das ZDF die Kritik bereits zurück und betonte, dass es sich beim Magazin Royale um eine Satire-Sendung handle, in der auch "ironische Mehrdeutigkeit als Stilmittel" genutzt werde, "um Pointen zu erzeugen".

Zudem verwies das ZDF darauf, dass die Moped-Marke "Simson" in der Sendung noch häufiger vorgekommen sei: "Das Gefährt kam im Laufe der Sendung immer wieder vor, ohne auf bestimmte Personen Bezug zu nehmen, darunter auch im sogenannten 'Cold Opener' zu Staffelbeginn."

Siegmund selbst bezeichnete den Böhmermann-Beitrag gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" unterdessen als "zwangsfinanzierte Gewaltfantasie": "Wünscht sich Herr Böhmermann hier meinen Tod? Wenn ja, ist das nicht mehr als Satire abzutun - es ist ein neuer Tiefpunkt."

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