Judith Hoersch fordert Social-Media-Verbot für Kinder: "So spät wie möglich erlauben"
Berlin - Viele Eltern stellen sich die Frage: Wann bekommt mein Kind ein Handy und wann darf es in die Social-Media-Welt eintauchen? Schauspielerin Judith Hoersch (45) vertritt dazu eine klare Haltung.
"Ich würde das Handy so spät wie möglich erlauben und Social Media am liebsten so lange es geht verbieten, wenn ein Gesetz erlassen würde", so die "Lena Lorenz"-Bekanntheit gegenüber teleschau.
Sie findet schon ihren eigenen Handykonsum problematisch. Vor allem auf Instagram fällt es ihr schwer, mit dem Scrollen aufzuhören. "Ich bin jedoch ganz klar für ein Verhängen von Verboten - wie beim Alkohol, auch wenn das nicht das Problem an der Wurzel löst", erklärt die 45-Jährige.
Ihre sechsjährige Tochter wisse zum Beispiel, wie man ein Handy entsperrt und wie die Spotify-App aussieht. "Kinder wachsen mit Technik auf, weil wir sie als Eltern permanent nutzen. Es steht und fällt mit der Aufklärung und unserem Bildungssystem", betont Judith.
Sie weiß auch: Wer soziale Medien nutzt, wird zwangsläufig mit Schönheitsidealen konfrontiert. Umso wichtiger ist es ihr, ihrer Tochter ein gesundes Selbstbild vorzuleben.
Doch dorthin zu kommen, sei ein langer Prozess gewesen. "Lange habe ich - wie viele in der Branche - darauf geachtet, möglichst dünn zu sein. Dieses Ideal ist sehr präsent und trotzdem spricht kaum jemand darüber", weiß die Blondine.
Judith Hoerschs Weg zur Selbstakzeptanz
Mit der Zeit merkte sie, wie sie sich immer mehr gegen unrealistische Erwartungen, Druck und Schönheitsbilder sträubte.
Sie habe unzählige Diäten ausprobiert, bis sie erkannte: Das entspricht ihr einfach nicht. "Irgendwann habe ich damit aufgehört und mir gesagt: Ich werde jetzt 45 Jahre alt, ich mache diesen Beruf seit über 25 Jahren. Irgendwann ist Schluss. Ich möchte nicht diese Frau sein, die dieses Bild für andere Frauen projiziert", so die Schauspielerin.
In ihrem Debütroman "Niemands Töchter" beschäftigt sich Judith mit der Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Für sie ist es wichtig, die innere Gewissheit zu haben, wer sie wirklich ist, und mit sich selbst im Reinen zu sein.
Dennoch habe sie in den vergangenen Jahrzehnten gelernt: "Wenn wir mit Normen und vorgelebten Mustern brechen, wird es holprig."
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

