Hamburg - Die SPD steht mit schlechten Umfragewerten stark unter Druck – sowohl auf Landes- als auch Bundesebene. Zur Unzeit dürften daher jegliche Fehltritte von Partei- oder gar Regierungsmitgliedern kommen. Markus Lanz (57) thematisierte in seiner Sendung vom Mittwochabend eine besonders problematische Äußerung.
Der Moderator nutzte den Moment, als die Regie im Studio ein Foto der SPD-Sozialministerin zeigte, um eine wichtige Frage zu stellen: "Weil ich Bärbel Bas gerade da hinten sehe: Gibt es eine Einwanderung in Sozialsysteme, oder nicht?", wollte er von dem geladenen Parteikollegen und Fraktionschef Matthias Miersch (57) eine klare Antwort hören.
Darauf der Politiker: "Das haben wir und deswegen haben wir auch da Maßnahmen, die genau das jetzt stoppen können."
Lanz reichte das nicht: "Aber warum sagt sie dann, dass es so etwas nicht gibt?", hakte er nach, woraufhin Miersch erklärte: "Sie hat sich in einer Anfrage vielleicht missverständlich ausgedrückt. Aus meiner Sicht ist das ein Foulspiel gewesen. [...]", beklagt er die Debatte.
Dies konnte der ebenfalls anwesende Journalist Olaf Sundermeyer (53) nicht unkommentiert lassen. Bas habe den Satz bei der Befragung im Bundestag "mit Bedacht und Überlegung" gesagt, so seine Einschätzung. Die gewählten Worte würden dem bekannten "Wir schaffen das" von Ex-Kanzlerin Angela Merkel (72, CDU) ähneln.
Markus Lanz über Einführung des Bürgergelds: "Hat die Wähler in Scharen zur AfD getrieben"
Zur weiteren Verteidigung der Sozialministerin erinnerte Matthias Miersch im Verlauf der Sendung daran, dass Bas eine Reform des Bürgergelds mit einer Verschärfung der Regeln durchgesetzt habe.
Auch dieser Punkt sorgte bei Lanz für Widerstand: "Es müsste sich doch in der SPD längst die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass das Bürgergeld ein extrem wichtiger Schritt für die SPD in den Abgrund war."
Weiter sagte der Gastgeber in Richtung des Sozialdemokraten: "Sie haben das Bürgergeld erst eingeführt. Sie haben etwas abgeschafft, was Sie selber eingeführt haben. Das Bürgergeld hat die Wähler in Scharen zur AfD getrieben."
Miersch: "Deswegen ist es richtig, es verändert zu haben."
Die komplette, rund 75-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.