"Empfinden Leute als total übergriffig": Markus Lanz konfrontiert Grünen mit Baerbock-Auftritt

Hamburg - Mit dem Scheitern Deutschlands bei der Wahl für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat flammte die Debatte um Annalena Baerbock (45, Grüne), die derzeitige Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen, kürzlich wieder auf. Afrikanische Politiker werfen ihr Verfehlungen in der deutschen Außenpolitik vor. Anlass war etwa ein Auftritt im März 2023, bei dem sie ihren feministischen Ansatz zur Errichtung von Sanitäranlagen beim Wiederaufbau eines nigerianischen Dorfes erklärte. Diese Szene wollte Markus Lanz (57) in seiner Sendung vom Dienstagabend besprechen.

Markus Lanz (57, l.) diskutierte am Dienstagabend mit Andreas Audretsch (41, Grüne) über einen Auftritt der Ex-Bundesaußenministerin.  © ZDF/Markus Hertrich

Vor Kameras sagte die damalige Bundesaußenministerin, dass Toiletten zum Schutz von Kindern und Frauen im Zentrum und nicht am Rand des Dorfes geplant werden sollten.

Botswanas ehemaliger Präsident Mokgweetsi Masisi (64) sah darin einen Versuch, Nigerianern vorzuschreiben, wo sie ihre Toiletten zu bauen haben.

Auch Lanz zeigt sich verärgert: "Das empfinden die Leute als total übergriffig. Was erzählen wir denen über Klohäuschen? Die leben dort seit Tausenden von Jahren und wir kommen an und sagen denen, wo sie ihre Klohäuschen zu platzieren haben. Das ist doch nicht unser Ernst", konfrontierte der Moderator den anwesenden Grünen Andreas Audretsch (41) mit der Baerbock-Äußerung.

Markus Lanz Als Markus Lanz nach Stimmung im Land fragt, fallen Gast nur zwei Worte ein

Der Politiker unterstrich daraufhin die feministische Bedeutung: "Frauen müssen mit an den Tisch, wenn diese Fragen besprochen werden", beschrieb er Baerbocks Anliegen. Schließlich würden Frauen "die Last tragen" und gleichzeitig in sehr vielen Ländern am stärksten von Gewalt, Verschleppung und Vergewaltigung betroffen seien.

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Andreas Audretsch über Baerbocks feministische Arbeit: "Hat etwas verändert"

Der Bundestagsabgeordnete betonte während der Sendung, dass Baerbocks Arbeit vor allem aus der Perspektive der Frauen "ganz wichtig" gewesen sei. "Ich glaube, was sie in die Gremien getragen hat, hat tatsächlich etwas verändert."

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Die komplette, rund 77-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

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