"Empört mich": Reaktion auf Russlands Vorschlag macht Markus Lanz wütend

Hamburg - Es war ein aufsehenerregender Vorschlag: Als möglichen Vermittler im Ukraine-Krieg brachte Russlands Präsident Wladimir Putin (73) vor rund einer Woche den deutschen Altkanzler Gerhard Schröder (82) ins Gespräch. Dies wies die Bundesregierung nur wenig später als unglaubwürdiges Scheinangebot zurück - eine Reaktion, die Markus Lanz (57) in seiner Sendung vom Dienstagabend wütend machte.

Im Gespräch mit Journalistin Kerstin Münstermann (52) fand Markus Lanz (57) den Konsens, dass die Reaktion der Bundesregierung auf Putins Schröder-Vorschlag falsch gewesen ist.  © ZDF/Cornelia Lehmann

"Ich habe das wirklich nicht verstanden", beklagte der Moderator. "Und ehrlich gesagt empört es mich auch ein bisschen, weil ich denke: Was ist das? Da ist ein Krieg mitten in Europa. Es gibt unermessliches Leid. [...] Wir beschwören die ganze Zeit das Ende dieses Krieges. [...] Und das Erste, was wir tun, ist, in Bausch und Bogen zu sagen: auf gar keinen Fall!"

Auch die geladene Journalistin Kerstin Münstermann (52) übte Kritik: "Ich habe die harsche Reaktion, die auch in der Bundesregierung nicht abgestimmt war [...], nicht verstanden [...]." Das Interessante sei gewesen, dass der Kremlchef überhaupt einen Vorschlag gemacht habe.

"Putin ist ein Taktiker, der Großmachtfantasien will. Und der nennt auf einmal einen Namen, den er kennt, der ihm vertraut ist. Natürlich weiß er sofort, dass das in Deutschland hohe Wellen schlagen wird. Aber er nennt überhaupt einen", so Münstermann.

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Aus ihrer Sicht hätte man sofort mit Brüssel und Kiew telefonieren und eine Strategie entwickeln müssen. Dass man direkt Schröder ausgeschlossen habe, sei "diplomatisch dumm" gewesen.

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Auch SPD-Politiker Olaf Lies plädiert für abgestimmtes Vorgehen

Der niedersächsische MP Olaf Lies (59, SPD) bemängelte indirekt das Vorgehen der Union.  © ZDF/Cornelia Lehmann

Im weiteren Verlauf wollte Markus Lanz vom ebenfalls anwesenden MP Niedersachsens und zugleich SPD-Mann, Olaf Lies (59), hinsichtlich der Einstellung Schröders wissen: "Wissen Sie, was er darüber denkt?"

Der Politiker verneinte, gab sich aber zugleich "ganz sicher", dass der 82-Jährige die Chance, einen Beitrag zur Entspannung der angespannten Situation zu leisten, wahrnehmen würde. "Da habe ich gar keinen Zweifel daran. Deswegen hätte ich mir gewünscht, dass die Bundesregierung gemeinsam überlegt, wie wir damit umgehen."

Der Gastgeber hakte nach: "Aber tauschen Sie sich aus mit Ihrer Parteispitze, mit Lars Klingbeil und anderen? Das sind doch die Leute, um die es da geht. Was sagen die denn dazu?"

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Lies weiter: "Man hat es ja gemerkt, dass sich die SPD ganz stark zurückgehalten hat. Sie hat ja nicht gesagt, dass es gar nicht geht, sondern sie hat gesagt, dass man mit dem Vorschlag umgehen muss, wenn es einen solchen Vorschlag gibt."

Die komplette, rund 75-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

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