"Habe Sie nach etwas anderem gefragt!" Was Karl Lauterbach zur Einwanderung sagt, passt Markus Lanz gar nicht
Hamburg - Dieser Auftritt sorgte für mächtig Wirbel: Während einer Sitzung des Deutschen Bundestages erklärte SPD-Chefin Bärbel Bas (58), dass es keine Einwanderung in deutsche Sozialsysteme gebe. Eine solche Äußerung musste Markus Lanz (57) in seiner Sendung vom Donnerstagabend unbedingt besprechen. Dafür hatte er unter anderem ihren Parteikollegen Karl Lauterbach (63) zu Gast.
Von ihm wollte der Moderator wissen, ob Bas mit ihrer Behauptung wirklich recht habe.
Darauf Lauterbach: "Es ist sicherlich so, dass viele Migranten, die hier - aus welchen Gründen auch immer - hinkommen, zunächst mal in den Sozialsystemen landen, weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen können. Das müsste beschleunigt werden [...]."
Er wehrte sich gegen die Formulierung "Einwanderung ins Sozialsystem", weil es AfD-Sprech sei und impliziere, dass die Leute nach Deutschland kommen würden, um Bürgergeld zu beziehen. "So ist es in der Regel nicht", sagte der Sozialdemokrat, was Lanz jedoch überhaupt nicht passte.
"Herr Lauterbach, bitte! Ich habe Sie nach etwas anderem gefragt!", wies er sein Gegenüber zurecht und legte direkt nach: "Wenn man weiß, dass jeder zweite Bürgergeld-Empfänger keinen deutschen Pass hat, wie kann man dann einen solchen Satz stehen lassen?" - Der Politiker: "Weil es falsch ist zu sagen, dass sie in die Sozialsysteme einwandern."
Markus Lanz widerspricht Karl Lauterbach: "Kriegen wir ja offenbar nicht gelöst"
Markus Lanz wagte im weiteren Verlauf einen zweiten Versuch: "Was dahinter steht ist doch die Frage, ob es da etwas gibt, was möglicherweise das Gerechtigkeitsgefühl von Menschen triggert?"
Lauterbach antwortete mit einem "natürlich" und wiederholte zugleich seinen Vorschlag: "Ich würde es so machen, dass man sehr viel früher als Migrant arbeiten muss ..."
Lanz ging dazwischen: "Aber das kriegen wir ja offenbar nicht gelöst", lautete sein Einwand, woraufhin der Ex-Minister betonte: "Ich bestreite weder, dass es ein Problem gibt, noch bin ich ohne Lösungen."
Die komplette, rund 75-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.
Titelfoto: ZDF/Cornelia Lehmann

