Hamburg - Am Mittwochabend wirkte die Sendung vom Vortag bei Markus Lanz (57) noch nach. Der Grund: Im Verlauf der Gesprächsrunde über den Iran-Krieg fiel ein Wort, dessen Bedeutung der Moderator nicht erfragt hatte. In der folgenden Ausgabe hatte er jedoch nochmals die Gelegenheit dazu.
So brachte auch der Gast Frank Umbach (63) am Mittwochabend ein "Best-Case-Szenario" während der Diskussion über einen möglichen Kerosin-Mangel ins Spiel.
"Ich habe es hinterher sehr bereut, dass ich da nicht nochmal deutlicher nachgefragt habe", ärgerte sich der Moderator.
"Das scheint so ein Wording zu sein, auf das man sich geeinigt hat. Was ist denn ein Best-Case-Szenario? Wenn die Straße morgen, übermorgen oder nächste Woche aufgeht?", wollte Lanz endlich wissen.
Darauf erklärte der Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Energiesicherheit: "Dass die Straße [von Hormus] tatsächlich kurzfristig aufgeht, wobei da viele kritische Anmerkungen zu machen sind [...]. Denn selbst wenn die Straße aufmacht [...], wird es ja dauern, bis die 1000 Tanker und Containerschiffe da durchkommen."
Es gebe Reedereien, die etwas risikobereiter seien - etwa die Griechen. Andere wiederum würden erstmal abwarten.
Wissenschaftler überrascht Markus Lanz mit Prognose
Experte Umbach betonte, dass die weltweite Versorgungslücke erst einmal aufgefüllt werden müsse. "Das ist dann ein Prozess, der sich nicht nur über wenige Wochen, sondern Monate, möglicherweise ein, zwei Jahre hinzieht."
Lanz war perplex: "Ein, zwei Jahre?", fragte er völlig überrascht.
Sein Gegenüber führte weiter aus: "Es kann durchaus auch noch passieren, dass zerstörte Öl-, Gas-Förderanlagen aufgebaut werden müssen. Und die Saudis und auch die Kataris haben gesagt, dass das teilweise drei bis fünf Jahre dauern kann. [...]"
Die Deutschen sollten also nicht erwarten, dass man innerhalb der nächsten Monate oder bis Ende des Jahres wieder auf ein Preisniveau wie vor dem Iran-Krieg zurückkomme.
Die komplette, rund 75-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.