Hamburg - Es war ein politischer Paukenschlag: Mit dem Rauswurf des Finanzministers besiegelte der einstige Bundeskanzler Olaf Scholz (67) das Ende der Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Im Gespräch mit Markus Lanz (56) offenbarte der Ex-Verkehrsminister Volker Wissing (55) am Donnerstagabend neue Details zum Tag des Ampel-Aus und sorgte damit sogar für Heiterkeit beim Moderator.
So erzählte der ehemalige Politiker, dass in einem Protokollsaal im Bundeskanzleramt das entscheidende Spitzentreffen vor dem Platzen der Regierung abgehalten worden sei. Dort habe Scholz seinem Kollegen Christian Lindner (47, FDP) die Entlassung angekündigt, worauf dieser den Raum verlassen habe.
"Dann gab's aus den Reihen der FDP den Wunsch, dass man drei Vier-Augen-Gespräche führt", berichtete Wissing. Der Kanzler habe dies akzeptiert und sich anschließend einzeln mit den verbliebenen drei Ministern der Liberalen unterhalten.
"Wo war das?", hakte Lanz nach, woraufhin sein Gegenüber erklärte: "Sie müssen sich den Saal so vorstellen, dass da eine Trennwand ist, wo dahinter Geschirr für Essen gelagert wird und ..."
Der Moderator musste lachend unterbrechen: "Ist nicht wahr?", fragte er ungläubig. Doch Wissing bestätigte nochmals: "Wir sind zu zweit immer mit dem Bundeskanzler hinter diese Wand gegangen und dort ist das Gespräch geführt worden."
Volker Wissing über Situation im Koalitionsausschuss: "Hatte richtige Krämpfe"
Während der Sendung schilderte Wissing den Moment, als Scholz und Lindner uneinig auseinandergingen, aus seiner Perspektive. "Ich habe gelitten, weil ich das eine wahnsinnig destruktive Situation fand. Traurig, wenn man weiß, wie hart gekämpft worden ist, um diese Regierung zustande zu kriegen [...]."
Ihm selbst habe der Umstand körperlich zugesetzt, was auch Kollegin Saskia Esken (64, SPD) bemerkt hätte. "Mir ging's wirklich nicht gut. Und ich war nicht krank, sondern ich hatte so ein Unwohlsein - so richtige Krämpfe [...]", sagte der gebürtige Pfälzer.
Er habe sich gegen die Entscheidung wehren wollen. "Aber ich konnte es eben auch nicht verhindern, das war klar."
Die komplette, rund 76-minütige Folge mit allen Meinungen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.