"Lassen Sie mich jetzt aussprechen!": Gast rügt Markus Lanz
Hamburg - Wenn es ums Thema "Krieg" geht, ist er ein begehrter Gesprächspartner: Am Dienstagabend war wieder einmal Roderich Kiesewetter (62) in der Sendung von Markus Lanz (56) zu Gast. Während der Diskussion um den Nahost-Konflikt geriet der CDU-Sicherheitspolitiker dabei mit dem Moderator aneinander.
Auslöser war eine Frage von Lanz zur Rolle Deutschlands: "Wenn der Spritpreis dann deutlich über zwei Euro ist, hört das dann auf mit der Moral und den klaren Bekenntnissen? Sagen wir dann, dass wir doch eingreifen und helfen müssen?", wollte er von seinem Gegenüber wissen.
Darauf Kiesewetter: "Das ist nicht das Thema. Das eigentliche Thema ist die Freiheit der Seewege." Dafür setze sich die Bundesrepublik weltweit mit ihrer Sicherheitsstrategie ein. "Und jetzt kommt der Punkt: Wir sagen, es ist nicht unser Krieg, aber es ist natürlich mittelbar unser Krieg."
Der Moderator ging dazwischen: "Es ist unser Benzinpreis, lass es uns so formulieren." Sofort widersprach Kiesewetter: "Nein. Das wäre ja eine doppelte Moral", stellte er fest, woraufhin Lanz wieder das Wort ergriff: "Entschuldigung, wir sind Spezialisten für Doppelmoral."
Der Politiker konterte dem Vorwurf: "Sie vielleicht. Ich nicht", warf er Lanz entgegen und musste ihn wenig später sogar rügen, als der Gastgeber seine weiteren Ausführungen unterbrach. "Lassen Sie mich jetzt aussprechen!", lautete seine Ansage.
Roderich Kiesewetter über weiteres Handeln: "Unser Fokus ist die Ukraine"
Der Moderator hakte im Verlauf der Sendung weiter zum Iran und der Straße von Hormus nach: "Müssen wir da jetzt runter - Ja oder Nein?", wollte er eine klare Antwort von Kiesewetter hören.
Der Bundestagsabgeordnete entgegnete: "Nein! Unser Fokus ist die Ukraine. [...] Wir haben nicht die Kraft, beides zu machen. So ehrlich müssen wir sein." Das europäische Land müsse stärker unterstützt werden - etwa durch weitreichende Waffen.
"Wäre der Krieg in der Ukraine nicht, wäre es sicherlich angemessen, dort aktiv zu sein, aber wir können nicht dort sein und in der Ukraine - funktioniert nicht", gab der Verteidigungs-Experte zu bedenken.
Die komplette, rund 77-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.
Titelfoto: ZDF/Cornelia Lehmann

