Hamburg - Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt eine Äußerung der CDU-Politikerin Martina Schweinsburg (67) für Aufsehen.
In der "Markus Lanz"-Sendung vom Donnerstag kritisierte sie die Brandmauer ihrer Partei scharf und stellte infrage, wie konsequent die Abgrenzung zur Linkspartei in der politischen Praxis tatsächlich funktioniert.
Offiziell hält die CDU an der Unvereinbarkeit gegenüber AfD und Linkspartei fest. Mit Blick auf die politischen Verhältnisse in Thüringen sagte Schweinsburg, die Parteien müssten sich im Landtag letztlich "in irgendeiner Form zusammenraufen", um Mehrheiten zu ermöglichen.
Auf Lanz' Nachfrage, ob damit auch eine Zusammenarbeit trotz bestehender Beschlüsse gemeint sei, sagte Schweinsburg: "Wir haben ja nun in den letzten zwei Jahren mitbekommen, dass das, was vor der Wahl versprochen ist, nicht immer nach der Wahl gehalten wird."
Noch deutlicher wurde sie im weiteren Verlauf der Sendung. "Ich halte diese ganze Brandmauer für derartig bekloppt! Die wird doch in der Praxis überhaupt nicht gelebt", so die CDU-Politikerin. Die Gewählten - egal von welcher Partei - hätten "die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, für den Wähler da zu sein und miteinander zu reden".
Ohne Zusammenarbeit seien in einem Parlament mit schwierigen Mehrheitsverhältnissen keine guten Entscheidungen möglich.
Robin Alexander kritisiert AfD-Spitzenkandidat
Zur Veranschaulichung griff Schweinsburg zu einem drastischen Bild: "Eine Brandmauer bringt überhaupt nichts, wenn der Dachstuhl brennt." Damit stellte sie den bisherigen Abgrenzungskurs ihrer Partei öffentlich infrage - ausgerechnet wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Während Moderator Markus Lanz (57) auf die Aussagen der CDU-Politikerin sichtlich überrascht reagierte, prophezeite Robin Alexander (51), dass die CDU in jedem Fall Schaden nehmen werde.
"Die AfD hofft darauf, dass die CDU mangels Alternativen mit der Linken zusammenarbeiten muss und sich so beim Wahlvolk noch unbeliebter macht als bisher", so der Journalist.
Ulrich Siegmund (35, AfD) frage sich nicht: "Was kann ich aus meinem Sieg für mein Land machen?", sondern: "Was kann ich aus dem Sieg für meine Partei machen?", kritisierte Alexander.
"Sehr unpatriotisch", kommentierte Lanz und stimmte den Ausführungen zu.