Hamburg - Bei "Markus Lanz" hat SPD-Politikerin Anke Rehlinger (50) die Linke für ihre Haltung zu Protesten und antisemitischen Äußerungen kritisiert. Besonders eine Aussage der Linken-Vorsitzenden Ines Schwerdtner (37) sorgte für Empörung.
In einer Videokonferenz hatte Schwerdtner jungen Demonstranten versichert: "Ich stelle mich schützend vor euch, wenn ihr angegriffen werdet. Egal von wem, von der Polizei oder von den Medien."
Markus Lanz (57) konnte nicht fassen, was er da zu hören bekam: "Wahnsinn! Was macht sie da?"
Michael Bröcker (49), Chefredakteur von "Table.Briefings", nannte die Aussage "verantwortungslos" und warf Schwerdtner vor, Jugendliche aufzuhetzen.
Auch Anke Rehlinger ging auf Distanz: "Ich halte das für inakzeptabel." Schwerdtner zeichne mit ihrer Äußerung ein "völlig verqueres Bild" des Staates.
Im Mittelpunkt der ZDF-Talkshow stand auch die Zusammenarbeit der Berliner SPD mit der Linkspartei. Zwar verwies Rehlinger darauf, dass die Linke nicht pauschal bewertet werden könne und unter dem früheren Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (70) seriöse Regierungsarbeit geleistet habe.
Für sich persönlich schloss sie Koalitionsverhandlungen mit der Berliner Linken unter den aktuellen Bedingungen jedoch aus.
Anke Rehlinger: "Dann wird Radikalität gewählt"
Die Frage, warum die Berliner SPD dennoch an Gesprächen mit der Linken festhält, führte zu einer weiteren Kontroverse. Rehlinger begründete dies mit dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Weil die Politik darauf lange keine überzeugenden Antworten gefunden habe, gewännen extreme Forderungen an Zustimmung. "Dann wird Radikalität gewählt", sagte sie.
Bröcker hielt dagegen, dass auch eine Koalition mit der CDU möglich sei. Er forderte klare Bedingungen für ein Bündnis mit der Linken, insbesondere einen Ausschluss von Vanessa Emde (45) aus der Fraktion und eine Absage an die Enteignung großer Wohnungsunternehmen.
Emde hatte im Wahlkampf stark auf das Thema Palästina-Solidarität gesetzt und Israel kritisiert.
Sie hatte dabei unter anderem erklärt, dass es kein Existenzrecht für Staaten gebe, sondern nur für Menschen.
Als Rehlinger auf gebrochene Wahlversprechen von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) verwies, widersprach Lanz scharf. Er warf ihr "Whataboutism" und "Nebelkerzen" vor.