Hamburg - Am Mittwochabend diskutierte Markus Lanz (57) mit der Journalistin Annett Meiritz (44) und dem Nahost-Experten Daniel Gerlach (49) über die aktuellen Entwicklungen des Krieges im Iran. Zum Ende der Sendung fiel dabei ein Satz, der aufhorchen ließ.
So vermutet der Nahost-Experte, dass sich die Bundesregierung in der Nacht vor dem Ablaufen des von Trump an den Iran gestellten Ultimatums "ein Herz gefasst" habe und die Amerikaner kontaktierte.
Dabei habe man womöglich gedroht, den US-Streitkräften die wichtige Basis Ramstein auf deutschem Boden nicht zur Verfügung zu stellen, sollte Trump seine Ankündigung wahrmachen wollen, "das Land in die Steinzeit zu bomben".
"Das würde man niemals öffentlich sagen", spekulierte Gerlach. "Ich habe darüber keine Informationen, aber ich halte das für sehr, sehr wahrscheinlich, dass es tatsächlich passiert ist." Anett Meiritz stützte diese Vermutung.
Andere Staaten hätten laut Gerlach bereits Ähnliches längst getan, wie etwa Italien, Frankreich oder Spanien, das seinen Luftraum während des Krieges für US-Jets gesperrt hatte.
Nahost-Experte Daniel Gerlach kritisert Verhalten deutscher Politiker
Die Haltung vieler Politiker sei der Ernsthaftigkeit der Situation momentan häufig nicht angemessen, kritisierte Gerlach. Er selbst habe kein Verständnis dafür, sich in einem "Parallelenuniversum" einzurichten und zu hoffen, dass alles gut werde.
"Es geht nicht, dass deutsche Politiker uns erzählen, dass Migration aus dem Nahen Osten unser größtes Problem ist, und gleichzeitig eine Politik gutheißen, die eine der größten Fluchtbewegungen in Gang setzen kann", so der Experte.
Alleine im Libanon seien gerade Hunderttausende auf der Flucht: "Die Zerstörung geht unvermindert weiter, von der wirtschaftlichen Situation mal abgesehen und den Folgen für die Industrie", sagte Gerlach.
Das ganze Gespräch und die komplette 46-minütige Folge "Markus Lanz" seht Ihr jederzeit auf Abruf in der ZDF-Mediathek.