SPD-Urgestein warnt bei Markus Lanz: "Wir schaufeln die Gräber der Volksparteien"

Hamburg - Durch den überraschenden Rücktritt von Bärbel Bas (58) als Arbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende ist der Druck auf die Regierungskoalition von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) noch größer geworden, als er es eh schon war. Der Umgang der Koalitionspartner CDU und SPD miteinander war dabei am Dienstagabend auch Thema bei Markus Lanz (57). Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel (67) rief die Akteure beider Seiten auf, sich endlich zusammenzureißen.

Markus Lanz (57, l.) im Gespräch mit dem ehemaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel (67).  © ZDF/Markus Hertrich

Bas hatte ihren drastischen Schritt zwar primär mit dem Tod ihrer Stieftochter begründet, darüber hinaus jedoch auch die öffentlichen Angriffe auf ihre Person, speziell auch aus den Reihen des Koalitionspartners, angeführt.

Der verbliebene Vorsitzende der Sozialdemokraten, Lars Klingbeil (48), hatte dies später aufgenommen und die Kritik der Union an Bärbel Bas als "unanständig" bezeichnet. "Das vergiftet den politischen Diskurs", sagte Klingbeil.

ZDF-Talkmaster Markus Lanz knöpfte sich den SPD-Chef für diese Äußerungen vor und richtete eindringliche Worte an ihn: "Richtig, es vergiftet den politischen Diskurs, und zwar genau in dieser Sekunde. Du bist Teil dieser Vergiftung!"

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Auch Sigmar Gabriel zeigte sich über den Umgangston innerhalb der Koalition besorgt. Die von beiden Seiten öffentlich geübte Kritik aneinander gehe über ein angemessenes Maß hinaus. Aktuell ziehe man sich auch dadurch gegenseitig in den Abgrund: "Wir schaufeln die Gräber der Volksparteien, auf denen dann die AfD tanzen wird", so Gabriel.

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Sigmar Gabriel kritisiert Debatte um Kanzlertausch

SPD-Chef Lars Klingbeil (48) schoss nach dem Rücktritt seiner Co-Vorsitzenden Bärbel Bas (58) scharf gegen die Union. Klingbeil hatte später angekündigt, die komplette Parteispitze rund um den Jahreswechsel auf einem Parteitag neu wählen zu lassen.  © Montage: Kay Nietfeld/dpa (2)

Auch die andauernden Diskussionen um die Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz seien laut Gabriel wenig hilfreich, um in ein besseres Fahrwasser zu kommen.

"Er ist dafür gewählt, er muss vier Jahre lang durchhalten", so das SPD-Urgestein. Die härteste Kritik an seiner Person komme seit Wochen und Monaten jedoch aus den Reihen der Union.

"Eine Diskussion über einen Kanzlerwechsel macht nur Sinn, wenn man jemanden hat, der das Amt übernehmen will", sagte Gabriel an die Christdemokraten gerichtet. "Wenn man den nicht hat, ist das eine ziemlich unsinnige Debatte."

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Die komplette 76-minütige Folge "Markus Lanz" seht Ihr jederzeit auf Abruf in der ZDF-Mediathek.

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