Wie Gast reagiert, macht Markus Lanz sauer: "Das ist nicht in Ordnung"

Hamburg/Berlin - In der Bevölkerung wächst die Unzufriedenheit mit Schwarz-Rot. Ausgerechnet jetzt haben die Sozialdemokraten ihre Pläne für die Reform der Erbschaftssteuer vorgestellt und damit neues Konfliktpotenzial innerhalb der Regierung geschaffen. Ob das wirklich klug war, wollte Markus Lanz (56) am Dienstagabend im ZDF besprechen.

Am Dienstagabend musste Markus Lanz (56, l.) seinen Gast Ralf Stegner (66, SPD) ermahnen.
Am Dienstagabend musste Markus Lanz (56, l.) seinen Gast Ralf Stegner (66, SPD) ermahnen.  © ZDF/Markus Hertrich

Dafür war SPD-Politiker Ralf Stegner (66) geladen, der zunächst das Vorgehen seiner Partei rechtfertigte: "Es geht schlichtweg darum, dass die Bürger den Eindruck haben [sollen], dass es leistungsgerecht zugeht", erklärte er die Zielstellung.

Lanz wollte anschließend die Meinung des Politologen Herfried Münkler (74) zum vorgelegten Erbschaftssteuer-Reformkonzept hören. Der einstige Uni-Professor sagte angesichts des neuerlichen Vorstoßes: "Ich sehe mit einer gewissen Sorge auf die Sozialdemokratie und fürchte, ihr sind die strategischen Köpfe abhandengekommen."

Mittlerweile würden eher "Azubis in Taktik" agieren.

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"Das ist ein hartes Urteil", so der ZDF-Moderator, woraufhin Stegner direkt nachlegen musste: "Das ist nicht nur ein hartes Urteil, das ist auch meines Erachtens ein wirklich falsches Urteil. [...] So über Gerechtigkeit zu reden, muss man sich leisten können."

Genau diese Reaktion ließ Markus Lanz sauer werden. "Herr Stegner, das ist nicht in Ordnung. Sie interpretieren ihn absichtlich falsch. Das ist nicht in Ordnung", ging der Gastgeber verärgert dazwischen.

Politikwissenschaftler Herfried Münkler über Gerechtigkeit: "Ist eigentlich ein Verlierer-Thema"

Politologe Herfried Münkler (74) zeigte einen großen Schwachpunkt bei der SPD-Programmatik auf.
Politologe Herfried Münkler (74) zeigte einen großen Schwachpunkt bei der SPD-Programmatik auf.  © ZDF/Markus Hertrich

Die aus seiner Sicht bestehende Problematik beschrieb Münkler wie folgt: "Ich würde vermuten, dass sich die SPD unnötig in eine Defensivposition gebracht hat und kräftig daran arbeitet, unter die 13 Prozent [...] zu geraten."

Der Wissenschaftler weiter: "Jeder, der von der Sache etwas versteht, weiß, dass Gerechtigkeit eigentlich ein Verlierer-Thema ist, weil Gerechtigkeit ein Begriff ist, der gewissermaßen nach oben nicht gedeckelt werden kann. Er erweckt immer höhere Erwartungen als dann hinterher eingelöst wird. [...]"

Stegner hielt dagegen: "Die Rechtspopulisten gewinnen inzwischen Mehrheiten. Wir müssen in unseren demokratischen Gesellschaften darauf achten, dass die Bevölkerung nicht der Auffassung ist, [sie müsse] Rechtspopulisten wählen, weil die anderen überhaupt nichts mehr anzubieten haben."

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Der Parlamentarier betonte: "Wenn eine Partei wie die SPD den Gerechtigkeitspunkt vernachlässigt [...], dann kann ich Ihnen sagen, ist der Weg in die Einstelligkeit sicher."

Die komplette, rund 76-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

Titelfoto: ZDF/Markus Hertrich

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