Berlin - Er hat es wieder getan: Der YouTuber und Moderator Marvin Wildhage hat mit einem Social-Media-Experiment die Glaubwürdigkeit von Medizin-Influencern auf die Probe gestellt.
In seinem neuen Video "Influencer werben für meine erfundene Krankheit" geht Wildhage der Frage nach, ob sich einige Ärzte auf TikTok, Instagram und Co. "still, illegal und heimlich eine goldene Nase verdienen".
Der Berliner erfindet dafür eine Erkrankung, bei der die Nase anschwillt – eine offensichtliche Anspielung auf Pinocchio und dessen wachsende Nase beim Lügen.
Die Leiterin des - ebenfalls erfundenen - Pharmaunternehmens, das die Krankheit bekannter machen will, trägt den Namen "Dr. Geppetto", ebenfalls eine klare Referenz an die Pinocchio-Geschichte.
Auf der eigens angelegten Website des Unternehmens finden sich zudem versteckt einige Hinweise, dass es sich um einen Prank für ein YouTube-Video handelt.
Trotz dieser kaum zu übersehenden Hinweise findet Schlitzohr Wildhage weiteren Verlauf ohne Probleme Influencer, die bereit sind, für die Kampagne zu werben. Besonders brisant: Eine frisch approbierte Ärztin veröffentlichte die Werbung, behauptet, die Krankheit bereits im Studium behandelt zu haben - und erfindet zusätzliche Symptome, die nicht einmal im Briefing der Kampagne standen.
Wildhage kritisiert Verantwortungslosigkeit einiger Ärzte
Das Experiment spielt bewusst mit einer in der Pharma-Branche etablierten Praxis: sogenannten "Disease Awareness Kampagnen". Dabei wird scheinbar nur über eine Krankheit aufgeklärt, um am Ende aber die passende Behandlung anzubieten.
Oder wie Marvin es im Video formuliert: "Also erstmal Angst machen und dann die passende Lösung dafür verkaufen."
Auf diese Weise versucht die Branche, das Verbot für approbierte Ärzte, aktiv für Medikamente zu werben, zu umgehen. Denn die sollten schließlich unabhängig bleiben.
Wildhage betont ausdrücklich, dass ein einzelner Fall nicht alle Medizin-Influencer unseriös mache. Dennoch trügen Personen, die medizinische Inhalte verbreiten, nicht nur Verantwortung für Klicks und Umsätze, sondern "möglicherweise auch für die Gesundheit ihrer Follower".