Mia Julia unterbricht Auftritt bei "Glücksgefühle"-Festival: "Keine Party für Nazis bei meiner Show"
Berlin/Hockenheim - Für gewöhnlich ist bei Konzerten von Partyschlager-Star Mia Julia (39) Abfahrt angesagt. Doch beim "Glücksgefühle"-Festival in Hockenheim wurde die Sängerin am Freitagabend plötzlich ernst.
Mehrere Minuten lang unterbrach die 39-Jährige laut einem Bericht der BILD ihre Show und sprach über ein Thema, das sie seit fast zehn Jahren begleitet.
Mia Julia berichtete von Drohungen aus der rechtsextremen Szene. "Ich habe damals Morddrohungen und Vergewaltigungsdrohungen bekommen. Das zieht sich bis heute", sagte die Sängerin am Freitagabend auf der Bühne.
Bereits seit ihrer Jugend setze sie sich gegen Neonazis und rechte Hetze ein. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr demnach ein Vorfall aus dem Jahr 2017 auf Mallorca.
Damals trat Mia Julia im "Bierkönig" auf. Während ihrer Show bemerkte sie eine Gruppe von Neonazis, die zur Veranstaltung gekommen waren. "Bei diesem Abriss sehe ich auf einmal 25 Nazis stehen. Hammerskins. Mir war sofort klar: Keine Party für Nazis bei meiner Show", erzählte sie.
Die Situation soll anschließend eskaliert sein. Demnach störten die Rechten den Auftritt, schlugen zwei Frauen und riefen außerdem "Ausländer raus". Auch Reichsflaggen seien zu sehen gewesen.
Partyschlager-Star Mia Julia zeigt Haltung
Mia Julia reagierte sofort und stoppte ihre Show. "Macht sofort die Scheiße da runter", rief die Musikerin ihren Schilderungen zufolge den Randalierern zu. Erst nachdem die Security die Gruppe aus dem Bereich entfernt hatte, setzte die Sängerin ihren Auftritt fort.
Fast zehn Jahre später bewegt das Thema Mia Julia immer noch. Die Drohungen hätten sich über die Jahre fortgesetzt. Öffentlich darüber gesprochen habe sie bislang nicht.
"Wir müssen den Mund aufmachen, um gewisse Augen zu öffnen. Ich bin auf dem Dorf groß geworden, da habe ich mich schon mit 15 Jahren mit Nazis rumgestritten, die haben mich sogar durch den Raum geschlagen."
Weiter machte sie auf der Festival-Bühne klar: "Ich stehe immer wieder auf, wenn ich Ungerechtigkeit erfahre und sehe."
Titelfoto: Hannes P. Albert/dpa
