Nach #allesdichtmachen: Auch Ken Duken, Meret Becker und Kostja Ullmann distanzieren sich!

Berlin - Die Schauspielerin Meret Becker (52, "Tatort") und ihre Kollegen Ken Duken (42, "Traumfabrik") und Kostja Ullmann (36, "Mein Blind Date mit dem Leben") haben sich von der Videoaktion #allesdichtmachen distanziert.

Schauspielerin Meret Becker ("Tatort") war Teil der Videoaktion #allesdichtmachen. Jetzt rudert die 52-Jährige zurück.
Schauspielerin Meret Becker ("Tatort") war Teil der Videoaktion #allesdichtmachen. Jetzt rudert die 52-Jährige zurück.  © dpa/Georg Wendt

Kunst müsse Fragen stellen können, sagte Becker am Freitag in einem Beitrag bei Instagram. "Aber diese Aktion ist nach hinten losgegangen." Sie werde das Video runternehmen lassen. "Und ich entschuldige mich dafür, dass das falsch verstanden werden konnte."

Mehrere Schauspieler hatten mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Neben Becker machten Künstler wie Jan-Josef Liefers, Ulrich Tukur und Volker Bruch mit. Einige andere prominente Kollegen reagierten entsetzt.

Becker sagte nun, sie lasse sich impfen, trage Maske, halte Abstand und lasse sich testen, wenn sie mit Menschen in Kontakt trete. Das sei damit nicht gemeint.

Dass die Aktion instrumentalisiert werde von der rechten Seite, sei das Letzte, was sie gewollt habe. "Ich möchte auch nicht mit Aluhütchen oder dergleichen verglichen werden."

Ken Duken einsichtig: "Diese Aktion ist gründlich in die Hose gegangen"

Auch ihr Kollege Ken Duken (42) distanziert sich von der Aktion.
Auch ihr Kollege Ken Duken (42) distanziert sich von der Aktion.  © dpa/Michael Bahlo

Es sei eine vielleicht zu zynisch gestaltete Kunstaktion gewesen. Sie kritisierte, in der Pandemie sei immer eine Tür für die Wirtschaft offengehalten worden. Die Theater seien zu, aber die Flieger voll. Menschen müssten zur Arbeit gehen, damit die Industrie weiterlaufe. Es gehe auch darum, dass Menschen allein sterben.

"Wir hätten vielleicht mehr das sagen sollen, was eigentlich gemeint ist", sagte Becker. Sie habe das auch geäußert und gezweifelt. Die Kunstfreiheit oder das Infragestellen von Dingen hätten sie dann doch überzeugt mitzumachen. "Jetzt gibt's auf die Nase."

Schauspieler Ken Duken schrieb bei Instagram, er distanziere sich von rechtem Gedankengut und rechten Ideologien. Die Gefahr, die von der Corona-Pandemie ausgehe, sei ihm mehr als bewusst.

Er habe sich auch nicht über die Opfer oder ihre Angehörigen lustig machen wollen. "Ich befürworte sinnvolle Maßnahmen und eine Impfstrategie. Diese Aktion ist gründlich in die Hose gegangen. Ich entschuldige mich für jegliche Missverständnisse."

Auch Kostja Ullmann ließ seine Follower wissen, dass er die Auswirkungen der Aktion unterschätzt hat.

"Auch ich habe Fragen, auch ich verstehe manche Maßnahmen nicht. Aber ich war und bin keiner, der den Grundkonsens von Verantwortung und Rücksichtnahme missbilligt. Im Gegenteil", stellt er klar. "Mein Statement war humorvoll gemeint, aber ich teile in keinem Fall den Zynismus und will nicht den Beifall von Querdenkern, Anhängern der AfD, Reichsbürgern und anderen Corona-Leugnern."

Titelfoto: dpa/Georg Wendt, dpa/Michael Bahlo

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