Rupert Grints Ron-Weasley-Comeback hat einen Haken
New York - Rote Haare, schiefer Zauberstab und ein Platz zwischen Harry und Hermine: Für eine ganze Generation ist Rupert Grint (38) untrennbar mit Ron Weasley verbunden. Nun holt er die alten Hogwarts-Roben wieder aus dem Schrank. Vom 2. Februar bis 30. Mai 2027 spielt er Ron für 17 Wochen in "Harry Potter und das verwunschene Kind" am Broadway.
"Ron Weasley ist Teil von mir, seit ich elf Jahre alt war, und ich kann es kaum erwarten, ihm in dieser Lebensphase wieder zu begegnen", erklärte Grint, wie die Produktion mitteilte. Weil Ron und er inzwischen Väter seien, fühle sich die Rolle vertraut und zugleich völlig neu an.
"Ich liebe dich auch, Weasley", schrieb Tom Felton (38) zu einer Reihe Fotos mit Rupert Grint auf Instagram. Fast wie früher also - nur dass Draco und Ron diesmal nicht gemeinsam auftreten. Felton war selbst als Draco Malfoy an den Broadway zurückgekehrt, sein Engagement endet jedoch am 3. Januar.
So viel Nostalgie wirkt beinahe wie ein Patronus gegen jeden Zweifel. Doch ausblenden lässt sich der politische Schatten über Hogwarts nicht. Grint zählt zu den Stars, die den als transfeindlich kritisierten Positionen von "Potter"-Schöpferin J.K. Rowling (61) widersprachen. In seiner Comeback-Erklärung verliert er darüber jedoch kein Wort.
Felton hatte den Konflikt vor seiner Rückkehr im November 2025 offen beiseitegeschoben. Rowlings Äußerungen beeinflussten seine Arbeit nicht, sagte er. Er habe nichts erlebt, das die Welt stärker zusammengebracht habe als "Potter", und sei Rowling dafür unglaublich dankbar. Sein Auftritt als Draco ließ die Broadway-Einnahmen kräftig steigen.
Ein Millionen-Geschäft für die Autorin
Die Autorin selbst verschärfte den Streit weiter. Im September 2025 nannte sie Emma Watson (36) "unwissend darüber, wie unwissend sie ist". Watson hatte zuvor erklärt, trotz des Zerwürfnisses an ihrer Wertschätzung für Rowling festzuhalten.
Rowling nutzt auch ihr Vermögen für ihren Kampf um sogenannte geschlechtsbasierte Rechte. Im Mai 2025 gründete sie einen privaten Fonds, der entsprechende Klagen von Personen und Organisationen finanziert. Einen Monat zuvor entschied der britische Supreme Court, dass sich "Frau" im Gleichstellungsgesetz auf das biologische Geschlecht bezieht.
Geklagt hatte "For Women Scotland". Die von Kritikern als transfeindlich eingestufte Gruppe hatte 2024 von Rowling 70.000 Pfund erhalten. Rowling sieht darin den Schutz von Frauen und Mädchen, LGBTQ-Verbände warnen vor Folgen für trans Menschen.
Auch finanziell bleibt Grints Rückkehr eng mit ihr verbunden. Rowling ist über die von ihr mitgegründete Harry Potter Theatrical Productions an dem Stück beteiligt. Die Firma produziert es und kontrolliert internationale Rechte.
2023 erhielt die Autorin laut "Deadline" daraus 8,25 Millionen Pfund. Grint stellt seine Popularität damit erneut in den Dienst eines Geschäfts, von dem Rowling profitiert.
J.K. Rowling macht schon seit Jahren Negativ-Schlagzeilen
Begonnen hatte der Bruch 2020. Damals spottete Rowling auf X über den Ausdruck "Menschen, die menstruieren": "Ich bin sicher, früher gab es ein Wort für diese Menschen. Helft mir mal. Wumben? Wimpund? Woomud?" In einem Essay warnte sie davor, Toiletten und Umkleiden für "jeden Mann" zu öffnen, der sich als Frau fühle. Zugleich betonte sie, Transmenschen bräuchten und verdienten Schutz. Den Vorwurf der Transfeindlichkeit weist sie zurück.
Ihre Filmstars zogen dennoch eine klare Grenze. Daniel Radcliffe (37) erklärte: "Transfrauen sind Frauen." Emma Watson schrieb, Transmenschen seien die, die sie selbst zu sein erklärten. Grint stellte klar: "Transfrauen sind Frauen. Transmänner sind Männer. Wir alle sollten mit Liebe und ohne Verurteilung leben dürfen."
Auch Eddie Redmayne, Bonnie Wright und Katie Leung unterstützten Transmenschen öffentlich.
Grint hat diese Haltung nicht widerrufen. Doch sein Comeback ist auch kein privater Filmabend mit alten DVDs: Es ist ein zugkräftiger Werbecoup für ein lukratives Potter-Geschäft. Die Magie der Rückkehr ist echt - ihr bitterer Beigeschmack ebenso.
Titelfoto: picture alliance/dpa | Elisa Schu

