Von Jenny Tobien
Frankfurt am Main - Es ist ein Verlust, der für viele Menschen schwer wiegt: Nach dem Tod von Musiker und Badesalz-Comedian Gerd Knebel hat auch die hessische Landespolitik in Wiesbaden ihre tiefe Trauer zum Ausdruck gebracht.
"Unser Land verliert einen Künstler, der mit seinem Humor die hessische Alltagskultur pointiert und authentisch auf die Bühne gebracht hat", erklärte etwa Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU).
Hessens Kulturlandschaft verliere eine prägende Stimme, sagte Kunstminister Timon Gremmels (50, SPD). Als Badesalz-Mitglied, Musiker und Kabarettist habe Knebel über Jahrzehnte gezeigt, wie klug und zugleich herzlich Humor im Dialekt sein könne.
"Knebel hat uns mit Ironie und südhessischem Charme einen Spiegel vorgehalten - aber nie von oben herab, immer mit Respekt für die Menschen und ihre Eigenheiten." Er habe dabei gezeigt, "wie viel kulturelle Kraft in regionaler Identität steckt".
Knebel war in den 1980er Jahren zunächst als Sänger mit der Band Flatsch bekannt geworden. Später gründete er mit Henni Nachtsheim (68) das Comedy-Duo Badesalz, das sich mit Humor in die Herzen einer enormen Fangemeinschaft einbrannte.
Der allseits beliebte Künstler starb am Samstag im Alter von 72 Jahren. Er sei "nach einer schweren Krebserkrankung würdevoll und friedlich im Kreise seiner Liebsten von uns gegangen", hieß es in einer Mitteilung von Knebels Familie.