Strafverteidiger mit Doppel-G: Thüringer Anwälte rappen auf Mallorca über ihre Arbeit
Sondershausen (Thüringen) - Vom Gericht auf die Insel: Zwei lässige Juristen aus Thüringen sind kurzerhand nach Mallorca aufgebrochen, um ihre Musiker-Karriere zu starten.
Rechtsanwalt Karl Ronald "Ronzi" Neumann und sein angestellter Jurist Robert Federbusch haben ihre Kanzlei in Sondershausen (Kyffhäuserkreis). Zusammen treten sie unter dem lässigen Namen "Strafverteidigger" auf - und sind seit Neuestem auch Rapper.
Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Duo seinen ersten Song mit dem Titel "Blaulicht", der auf ihrer Arbeit als Strafverteidiger beruhe.
"Speziell geht es in dem Lied um die sogenannte Unschuldsvermutung, bis zu einem Urteil ist jeder erst mal unschuldig. In der heutigen Zeit trägt das Internet seinen Teil dazu bei, dass Menschen bereits durch Personen aus dem Internet beurteilt werden, bevor sie überhaupt der Justiz zugeführt werden", erklären die zwei Rap-Juristen gegenüber TAG24.
Allein das doppelte "G" in ihrem Künstlernamen zeigt, dass die "Strafverteidigger" durchaus ein junges Publikum ansprechen wollen. So seien sie für ihr neuestes Projekt auch durch die sozialen Medien inspiriert worden: "TikTok ist irgendwann mal auf die Idee gekommen, dass wir in Videos tanzen sollen. Da uns die Musik nicht gefiel und wir auch keinen Bock hatten, uns mit den geforderten Tänzen zur Feile zu machen, kam nach und nach die Idee auf, was Eigenes zu entwerfen. Etwas, das zu uns passt."
Federbusch schrieb daraufhin den Song-Text für "Blaulicht" und beide setzten sich in den Flieger nach Malle.
"Blaulicht"-Dreh auf Mallorca: "Sportwagen im Video kommt immer gut"
Die Idee, ihr Musikvideo auf der Ballermann-Insel abzudrehen, sei den beiden Juristen dabei relativ spontan in den Sinn gekommen.
"Wir hatten uns irgendwie vorgestellt, dass es wohl immer gut kommt, wenn Sportwagen im Video zu sehen sind. Da wir jemanden auf Mallorca kennen, der eine Sportwagenvermietung hat, ist kurzfristig die Idee entstanden, dass wir direkt dort drehen."
Im Hochglanz-Video stellen sich Neumann und Federbusch einem Polizisten in den Weg, der eine Frau verfolgt. Schließlich gilt erstmal die Unschuldsvermutung. Anschließend fahren die "Strafverteidigger" auf der Rückbank eines schwarzen Benz über die schöne Insel.
Und das scheint anzukommen. Die ersten Rezensionen seien derart positiv, dass es keineswegs bei einem One-Hit-Wonder bleiben soll: "Daher werden wir definitiv mit Musik nachlegen, ob es direkt wieder ein Musikvideo wird, ist aber noch offen. Wir können aber verraten, dass wir bereits einen weiteren Song fertiggestellt haben."
Titelfoto: Bildmontage: privat

