"Binge-Watching": So unterscheiden sich Frauen und Männer beim Schauen von Netflix und Co.!

Berlin - Bei der Nutzung von Streamingdiensten haben Frauen in Deutschland einer Umfrage zufolge inzwischen die Männer überholt.

Einer Studie zufolge betreiben Frauen im Vergleich deutlich häufiger sogenanntes "Binge-Watching" - schauen also mehrere Folgen einer Serie direkt hintereinander weg. (Symbolbild)
Einer Studie zufolge betreiben Frauen im Vergleich deutlich häufiger sogenanntes "Binge-Watching" - schauen also mehrere Folgen einer Serie direkt hintereinander weg. (Symbolbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Laut der Studie "Screens in Motion" des Burda-Verlags wuchs der Anteil der weiblichen Nutzer, die mindestens einmal im Monat auf ein Streaming-Abo zurückgreifen, von 48 Prozent im Jahr 2019 auf 58 Prozent im Jahr 2023 und schließlich 63 Prozent im Jahr 2024.

Der Zuwachs bei den Männern fiel deutlich flacher aus: von 51 Prozent im Jahr 2019 über 54 Prozent im Jahr 2023 auf nunmehr 55 Prozent.

Daraus ergibt sich im Fünfjahresvergleich bei den Frauen insgesamt ein Zuwachs um 15 Prozentpunkte, bei den Männern nur um 4 Prozentpunkte. Befragt wurden für den Vergleich jeweils knapp 1000 Männer und Frauen.

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"Eventuell ist dies auch durch die höhere Binge-Watching-Leidenschaft bedingt", steht in der Studie zu lesen.

"50 Prozent der Frauen geben an, häufig zu 'bingen', bei den Männern sind es 44 Prozent." Das lasse sich auch bei der Sehdauer ablesen, die im Streamingbereich bei Frauen täglich 18 Minuten länger sei, so die Autoren der Studie.

Ein Bildschirm reicht nicht, um uns zu fesseln!

Vielen Menschen ist ein Monitor nicht mehr genug. (Symbolbild)
Vielen Menschen ist ein Monitor nicht mehr genug. (Symbolbild)  © Carsten Koall/dpa

"Dieses sogenannte Bingen, also hintereinander Wegschauen von Folgen, ist signifikant stärker ein weibliches Thema", sagte die Verantwortliche der "Screens in Motion"-Studie, Marion Sperlich, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin zur Einordnung. Sperlich ist zugleich als Head of Research Market Media Insights im Burda-Verlag tätig.

"Und hinzukommt, was wir auch noch mit erheben: die Second-Screen-Nutzung", ergänzte Sperlich.

"Das ist extrem weit verbreitet, das tracken wir schon über die letzten Jahre. Man könnte ja davon ausgehen: Wir haben jetzt zunehmend selbst gewählten Premium-Content. Nichtsdestotrotz reicht das nicht, unsere Aufmerksamkeit zu 100 Prozent zu fesseln. Es wird zunehmend nebenbei trotzdem der Second Screen genutzt. Und das tatsächlich auch stärker durch die Frauen als durch die Männer, auch über die letzten Jahre betrachtet. Frauen sind vielleicht auch sozial engagierter beim Austausch über Sendungen. Das wissen wir im Detail nicht."

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Frauen haben sich den Umfrageergebnissen gemäß auch häufiger vom linearen TV abgekehrt. Die klassischen Fernsehangebote nutzten demnach im Jahr 2019 noch 91 Prozent der Frauen, jetzt im Jahr 2024 sind es gerade einmal 70 Prozent der Befragten - ein Minus von 21 Prozentpunkten in fünf Jahren.

Im männlichen Publikum betrug der Rückgang 15 Prozentpunkte - von 89 Prozent im Jahr 2019 auf nunmehr 74 Prozent.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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